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Startseite»Politik»Flucht vor xenophober Gewalt: Zurück aus Südafrika in die Armut
Politik

Flucht vor xenophober Gewalt: Zurück aus Südafrika in die Armut

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 12.07.2026 • 04:55 Uhr

Zehntausende Migranten verlassen Südafrika aus Angst vor fremdenfeindlicher Gewalt. Viele sind in Länder wie Malawi oder Simbabwe zurückgekehrt. Mitnehmen konnten sie nur das Nötigste. In ihrer Heimat stehen sie vor dem Nichts.

Stephan Ueberbach

Takesure Nyawo ist wieder zurück in seinem Heimatort Chitungwiza, im Süden von Simbabwes Hauptstadt Harare. 2017 war er mit seiner Frau und seinen Kindern nach Südafrika aufgebrochen, um dort zu arbeiten, ohne gültige Papiere, ohne Aufenthaltsgenehmigung.

Viele Jahre ging das gut. Bis er vor kurzem plötzlich bedroht und in seiner Unterkunft überfallen wurde, wie er der Nachrichtenagentur AFP erzählte: „Sie hatten draußen einen Lieferwagen geparkt. Zuerst nahmen sie den Kühlschrank, dann den Fernseher. Dann gingen sie an meine Werkzeuge, die kleinen Geräte und Bohrmaschinen, sie nahmen einfach alles mit. Als sie aber zurückkommen wollten, um auch noch das Bett mitzunehmen, habe ich die Tür abgeschlossen, denn sie waren mit Messern bewaffnet, mit großen Messern.“

Takesure Nyawo und seine Familie vor ihrem Haus in Simbabwe. Noch hat er nach der Flucht aus Südafrika keine Arbeit gefunden.

Ungewisse Zukunft in der Heimat

Am Tag danach war für den Mann aus Simbabwe klar: Das Kapitel Südafrika ist für ihn zu Ende. Aus Angst um das eigene Leben und das seiner Familie packte er ein paar Habseligkeiten und kehrte in seine Heimat zurück.

Doch auch hier steht er vor einer ungewissen Zukunft. „Für mich ist es im Moment sehr schwer“, sagt Nyawo. „Wenn wir morgens aufstehen, gehen wir einfach nach draußen, sitzen in der Sonne und warten darauf, dass der Tag vergeht.“ Aber er hoffe, bald jemanden zu finden, der ihm Arbeit geben könne – „sei es Pflügen oder irgendeine andere Tätigkeit“.

Er müsse Geld verdienen, um neues Werkzeug zu kaufen und dann seine Arbeit wieder aufnehmen zu können. Und so das Schulgeld für seine Kinder bezahlen zu können.

Die meisten Migranten in Südafrika kommen aus Simbabwe, Mosambik, Lesotho und Malawi.

„In Simbabwe gibt es keine Arbeit“

Simbabwes Regierung hilft zwar dabei, ihre Staatsbürgerinnen und -bürger aus Südafrika zurückzuholen. Bei der Suche nach Beschäftigung aber können die Rückkehrer angesichts der hohen Arbeitslosigkeit kaum Unterstützung erwarten.

Weston Willie ist Sprecher der Menschen aus Simbabwe, die im südafrikanischen Kapstadt leben, und hilft dabei, die Rückkehr seiner Landsleute zu organisieren.

„Es gibt keinen Aktionsplan für diese Menschen. Was werden sie in Simbabwe tun? Viele Menschen gingen einfach zurück, ohne zu wissen, was sie dort erwartet. Die meisten Migranten aus Simbabwe seien nach Südafrika gekommen, um Arbeit zu finden, da es in der Heimat keine gebe.

Malawis Regierung chartert Busse für Rückkehr

Im bitterarmen Malawi ist das nicht anders. Hawa Troko, eine Mutter von vier Kindern, hat Südafrika mit einem Regierungstransport verlassen können. Jetzt aber weiß sie nicht, wie sie und ihre Kinder überleben sollen. „Ich bin mit nichts nach Hause zurückgekehrt und weiß nicht, wie meine Kinder und ich überleben sollen“, sagt sie.

Auch Ahamadi Assani ist wieder in seinem Dorf im Salima-Distrikt von Malawi. Vor anderthalb Jahren war er aufgebrochen, um in Südafrika zu arbeiten und mit dem dort verdienten Geld seine Familie zu Hause zu unterstützen.

Wegen der Attacken auf Ausländer ohne gültige Dokumente und der zunehmend fremdenfeindlichen Stimmung im Land am Kap hat er die Gelegenheit zur Rückkehr in einem von Malawis Regierung gecharterten Bus genutzt.

Glücklicherweise gehörte ich zu den Menschen, denen eine kostenlose Rückreise nach Hause ermöglicht wurde. Aber jetzt haben wir hier keine Möglichkeit, unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich bin vor der Armut geflohen und nun wieder zu ihr zurückgekehrt.

Zehntausende verlassen Südafrika

Mehrere Zehntausend Migrantinnen und Migranten ohne Papiere haben Südafrika inzwischen verlassen. An den Grenzen und in improvisierten Flüchtlingslagern warten Zehntausende weitere Menschen darauf, registriert zu werden und ausreisen zu können.

Auch wenn sie zu Hause kaum Perspektiven haben, denken viele von ihnen so wie Takesure Nyawo aus Simbabwe, der auf keinen Fall noch einmal nach Südafrika gehen würde: „Niemals. Schauen Sie sich meine Kinder an – sie sind traumatisiert. Würde er sagen, dass er nach Südafrika zurück wolle, würden seine Kinder anfangen zu weinen.

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