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Startseite»Nachrichten»Junge Männer besonders gefährdet: Im Juni sind fast 100 Menschen in Deutschland ertrunken
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Junge Männer besonders gefährdet: Im Juni sind fast 100 Menschen in Deutschland ertrunken

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Junge Männer besonders gefährdetIm Juni sind fast 100 Menschen in Deutschland ertrunken

Die meisten Menschen ertrinken in Seen oder Flüssen. (Foto: picture alliance / epd-bild)

Die Zahl ist alarmierend: Fast 100 Badetote zählt die DLRG im vergangenen Juni, so viele wie seit 2003 nicht mehr. Meistens sind die Rettungsschwimmer wegen junger Männer im Einsatz – und das dürfte kein Zufall sein.

Im vergangenen Monat mit seiner extremen Hitzewelle sind bundesweit so viele Menschen ertrunken wie seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr. Mindestens 99 Menschen sind in Gewässern ums Leben gekommen, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit. Zuletzt wurden im Hitzesommer 2003 mehr Badetote gezählt, damals verunglückten 107 Menschen.

„Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt – mit knapp 630.000 Mitgliedern. Die Lebensretter riefen zum Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern dazu auf, Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen.

Und die betreffen vor allem Männer: „Über 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich; unter den jungen Leuten sogar alle“, sagte Vogt. „Wir appellieren deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten.“ Sie betonte: „Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen – aber das Leben zu verlieren.“ 2025 waren vier von fünf Ertrunkenen laut DLRG männlich.

Auch der Psychologe Florian Stoeck vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen nennt männliche Selbstüberschätzung als möglichen Grund für die auffälligen Zahlen. „Männer schätzen ihre körperlichen Fähigkeiten und ihre Kontrolle über potenziell gefährliche Situationen im Vergleich häufig optimistischer ein“, erklärte Stoeck. Auf einen einzigen Faktor lasse sich die Häufung männlicher Badetoter aber nicht reduzieren. „Auch andere Rahmenbedingungen dürften eine Rolle spielen: Männer schwimmen häufiger allein und gehen vermutlich höhere Risiken ein“, so Stoeck.

Die meisten Opfer im Juni waren jung – 40 von ihnen waren nicht älter als 30 Jahre. Immerhin 35 Verunglückte bekannten Alters waren über 50 Jahre alt. Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich im Juni in Seen und Flüssen – in Schwimmbädern, in Kanälen und im Meer starben weniger Menschen. 

DLRG rät: Vorher abkühlen und nüchtern sein

Wie es zu den tödlichen Unfällen kam? Die Auswertung im Juni zeige bekannte Muster, befanden die DLRG-Retter: Viele Menschen unterschätzen demnach Gefahren, vor allem die Strömung und den Temperaturunterschied beim Sprung ins Wasser. Dazu kommt, dass viele Menschen schlechte Schwimmer seien, außerdem sorgten Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle für Gefahr.

Um das Risiko zu verringern, mahnte die DLRG zu Vorsicht und Aufmerksamkeit in den kommenden Wochen. Wer Abkühlung sucht, soll demnach nur an bewachten Badestellen und nie überhitzt ins Wasser springen, sondern sich vorher abkühlen, Strömungen und unbekannte Gewässer meiden und nie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen. Überdies sollten die Menschen Kinder immer beaufsichtigen, auf die Mitmenschen achten, beim Paddeln oder Surfen eine Schwimmweste tragen, genug trinken und sich nicht zu lange der Sonne aussetzen.

Nordrhein-Westfalen zählte im Juni mit 22 Badetoten die meisten Todesopfer. Im Vorjahresmonat waren es dort noch 12. An zweiter Stelle lag Bayern mit 21 Opfern nach 22 ein Jahr zuvor, gefolgt von Baden-Württemberg mit 13 Badetoten.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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