Bei einer Routinekontrolle in Berngau im Landkreis Neumarkt sind am Donnerstag zwei Behördenmitarbeiter erschossen worden. Ein 60-Jähriger verschanzte sich stundenlang, bevor er gefasst wurde. Was bisher über den mutmaßlichen Täter bekannt ist.
Keine Anzeichen für extremistisches Motiv
Der mutmaßliche Schütze ist ein 60-jähriger Deutscher, der legal zehn Waffen besaß, darunter Lang- und Kurzwaffen. Er war Jäger und Sportschütze, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Nach derzeitigen Erkenntnissen war der Mann in der Vergangenheit polizeilich nicht aufgefallen. Es gebe weder Einträge in polizeilichen Dateien, noch Erkenntnisse von Staatsschutz oder Verfassungsschutz. Man habe derzeit „keinerlei Anzeichen für eine extremistische Gesinnung in welche Richtung auch immer“, so der Minister.
Ermittlungen in alle Richtungen
Die Hintergründe der Tat sind demnach noch völlig unklar. Nun werde in alle Richtungen ermittelt, auch die Vorgeschichte beim Landratsamt werde überprüft. Eine Vernehmung des Täters soll klären, warum die Situation eskalierte.
Bürgermeister: Mutmaßlicher Schütze nicht in Vereinen aktiv
Der Bürgermeister der Gemeinde mit etwa 2.600 Einwohnern, Thomas Meier, erzählt, er kenne den mutmaßlichen Schützen bestimmt vom Sehen, aber nicht persönlich. „Ansonsten war er meines Wissens auch nicht im Dorf integriert, nicht in Vereinen, nicht in Gruppierungen, war, glaube ich, für sich allein.“ Er ist nach seinen Erkenntnissen auch nicht in einem örtlichen Schützenverein aktiv.
Herrmann zeigte sich „zutiefst erschüttert“. „Unsere Gedanken sind natürlich vor allen Dingen bei den Familien der Opfer“, sagte Herrmann. Er sprach auch den Kolleginnen und Kollegen im Landratsamt Neumarkt sein Mitgefühl aus, für die eine psychologische Betreuung eingeleitet wurde.
Der 45-jährige Mitarbeiter und seine 54-jährige Kollegin vom Landratsamt Neumarkt waren bei der Waffenkontrolle getötet worden. Wie Herrmann erklärte, wollten die beiden eine routinemäßige und unangekündigte Kontrolle bei einem Jäger und Sportschützen durchführen. Dabei habe dieser offensichtlich das Feuer eröffnet und die beiden Mitarbeiter tödlich getroffen.
Nach der Tat sei die Polizei von Nachbarn alarmiert worden und habe die Umgebung abgesichert. Über Stunden hätten die Einsatzkräfte versucht, den Täter zur Aufgabe zu überreden, was jedoch nicht gelungen sei. Schließlich hätten Spezialkräfte zugegriffen und den Mann mit einem gezielten Schuss ins Bein gestoppt und festgenommen. Er befinde sich schwer verletzt in ärztlicher Behandlung.
