Flugausfälle, Schulen schließenAuf Mallorca schrillt der Alarm: Höchste Sturmwarnung
Auf allen Handys auf Mallorca geht ein schriller Warnton los: Die Insel erwartet heftige Unwetter in der Nacht. Der Schulunterricht fällt aus, am Flughafen gibt es bereits Ausfälle. Auf dem Festland hat das Sturmtief „Adam“ für Chaos gesorgt, es gab mindestens ein Todesopfer.
Für Mallorca haben die Behörden für die Nacht zum Montag die höchste Sturmwarnung Rot herausgegeben. Das Sturmtief „Adam“, das am Wochenende mit extremen Niederschlägen schon für Chaos auf dem spanischen Festland gesorgt hat, könne auch Mallorca mit voller Wucht treffen. Auf alle Handys in der Region wurde am Abend eine Sonderwarnung verbunden mit einem schrillen Warnton gesendet.
„Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien und in Kellern“, lautete die vom Zivilschutz wegen befürchteter heftiger Niederschläge gesendete Nachricht. Vorsorglich wurde der Schulunterricht für Montag abgesagt. Am Flughafen Mallorca kam es bereits durch die ersten Vorboten des Unwetters zu stundenlangen Verspätungen und Flugausfällen. Für die anderen Baleareninseln Ibiza und Menorca wurde die zweithöchste Warnstufe Gelb herausgegeben.
Von Mitternacht bis 6.00 Uhr am Montag gilt im Süden, Osten und der Inselmitte Mallorca die Warnstufe Rot. Es wird mit bis zu 90 Litern Niederschlag pro Quadratmeter und Stunde gerechnet. Während der schlimmsten Phase des Sturms könnten es während zwölf Stunden insgesamt auch 160 Liter pro Quadratmeter werden, wie der nationale Wetterdienst Aemet warnte. Besonders Sturzbäche stellen bei den Herbstgewittern auf Mallorca eine Gefahr dar und sorgen für Überschwemmungen.
Eine Frau kam in Katalonien ums Leben
Auf dem spanischen Festland sorgte das Sturmtief für Chaos. In Katalonien kam eine Frau ums Leben, als sie mit ihrem Kind in dem Ort Cabrera del Mar etwa 35 Kilometer nordöstlich von Barcelona von den Wassermassen überrascht wurde.
Schwer getroffen wurde auch Andalusien, wo es in der Stadt Algeciras bei Gibraltar und auch in El Ejido bei Málaga sowie an anderen Orten zu Überschwemmungen kam. Durch die Straßen schossen reißende Bäche, wie im Fernsehen zu sehen war. Autos, Wohnungen und Geschäfte standen unter Wasser.
Am Sonntag gab es auch Alarm für die Regionen um Valencia und Alicante, die ebenfalls an der Mittelmeerküste liegen. Im Laufe des Vormittags wurden dort stellenweise mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Zum Vergleich: In Deutschland fallen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im langjährigen Durchschnitt pro Jahr rund 800 Liter Regen pro Quadratmeter.
Erst vor zwei Jahren war es in der Region Valencia im Oktober 2024 zu einer der schlimmsten Flutkatastrophen in der Geschichte des Landes gekommen. Mindestens 229 Menschen kamen ums Leben, die Schäden gingen in die Milliarden.
Angesichts der immer höheren Wassertemperatur des Mittelmeers infolge des menschengemachten Klimawandels warnt die nationale Wetterbehörde Aemet, dass die höhere Verdunstung solche Unwetter wahrscheinlicher und heftiger macht.
