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Startseite»Nachrichten»Gefesselt, auf dem Boden kniend: Rechtsextremer israelischer Minister demütigt Gaza-Aktivisten
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Gefesselt, auf dem Boden kniend: Rechtsextremer israelischer Minister demütigt Gaza-Aktivisten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Gefesselt, auf dem Boden kniendRechtsextremer israelischer Minister demütigt Gaza-Aktivisten

Israels Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Israel nimmt Aktivisten fest, die mit einer Hilfsflotte den abgeriegelten Gazastreifen erreichen wollen. Was dann mit den Gefangenen passiert, löst bei der italienischen Regierung Empörung aus – doch ein israelischer Minister postet die Bilder stolz. Ein Kabinettskollege distanziert sich.

Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir prahlt in den sozialen Medien mit der Demütigung von Aktivisten der internationalen Hilfsflotte für den Gazastreifen. Der Minister veröffentlichte auf X ein Video, in dem zu sehen ist, wie festgenommene Teilnehmer der abgefangenen Flotte gefesselt und gewaltsam weggezerrt werden, und schrieb dazu: „So heißen wir die Terrorunterstützer willkommen.“ Im Video ruft er zudem „Willkommen in Israel, wir sind hier die Hausherren“.

Darin sind mit den Händen auf den Rücken gefesselte Menschen zu sehen, die herüber gebeugt mit dem Gesicht zum Boden knien. Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ schreibt, zeigt das Video außerdem, wie die Aktivisten gezwungen werden, auf einem Metallboden in einem nicht überdachten Bereich zu knien, während die israelische Hymne über Lautsprecher läuft.

Die italienische Regierung verurteilte die Behandlung der Aktivisten durch Israel als „inakzeptabel“. In einer Erklärung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Außenminister Antonio Tajani hieß es, Italien „fordere eine Entschuldigung für die Behandlung“ der Aktivisten und die „völlige Missachtung“ der Forderungen der italienischen Regierung. „Die Bilder des israelischen Ministers Ben-Gvir sind inakzeptabel. Es ist inakzeptabel, dass diese Demonstranten, darunter viele italienische Staatsbürger, einer solchen Behandlung ausgesetzt sind, die ihre Menschenwürde verletzt“, hieß es weiter.

Mehrere Hundert Gaza-Aktivisten waren zuvor nach dem Stopp ihrer Hilfsflotte durch Israel in den israelischen Hafen Aschdod gebracht worden. Repräsentanten der Menschenrechtsorganisation Adalah, die bereits zuvor Aktivisten vor Gericht vertreten hatte, trafen sich nach Angaben der Organisation zu juristischen Beratungen mit festgenommenen Teilnehmern der „Global Sumud Flotilla“. Die Aktivisten seien „gewaltsam in internationalen Gewässern verschleppt und gegen ihren Willen auf israelisches Gebiet gebracht worden“, hieß es in der Mitteilung von Adalah.

„Nicht das Gesicht von Israel“

Die israelische Marine hatte in der Nacht nach Angaben des Außenministeriums die internationale Gaza-Hilfsflotte vollständig gestoppt. Es sei „beendet“, schrieb das Ministerium in der Nacht auf X. Alle 430 Aktivisten seien auf israelische Schiffe gebracht worden und befänden sich auf dem Weg nach Israel, wo sie ihre Konsularvertreter treffen sollten.

Ziel der „Gaza Sumud Flotilla“ war es laut den Veranstaltern gewesen, „einen humanitären Korridor einzurichten und Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen“. Das israelische Außenministerium schrieb, die Protestaktion habe sich „einmal mehr als nichts weiter als ein PR-Stunt im Dienste der Hamas erwiesen“.

Der israelische Außenminister Gideon Saar distanzierte sich auf X jedoch mit deutlichen Worten von seinem rechtsextremen Kabinettskollegen, der zu den umstrittensten Mitgliedern der Regierung von Benjamin Netanjahu gehört. Er habe „unserem Staat mit diesem beschämenden Auftritt wissentlich Schaden zugefügt – und das nicht zum ersten Mal“, schrieb Saar. Ben-Gvir sei „nicht das Gesicht von Israel“.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/rts

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