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Startseite»Politik»Gericht setzt Paramount-Übernahme von Warner vorerst aus
Politik

Gericht setzt Paramount-Übernahme von Warner vorerst aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.07.2026 • 08:50 Uhr

Ein US-Gericht hat die milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount für zunächst zwei Wochen gestoppt. Zwölf Bundesstaaten sehen in dem Zusammenschluss eine Gefahr für den Wettbewerb.

Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch den Medienkonzern Paramount ist vorerst gestoppt. Eine Bundesrichterin in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien ordnete an, den Vollzug der rund 111 Milliarden US-Dollar schweren Transaktion für zunächst zwei Wochen auszusetzen.

In dieser Zeit soll über den Antrag von zwölf US-Bundesstaaten auf eine einstweilige Verfügung verhandelt werden. Die Kläger wollen verhindern, dass der Zusammenschluss vollzogen wird, bevor über mögliche Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht entschieden ist.

Bundesstaaten warnen vor Marktmacht

Nach Auffassung der klagenden Bundesstaaten würde die Fusion den Wettbewerb auf dem Filmmarkt erheblich einschränken. Besonders kritisch sehen sie den Markt für große Kinoproduktionen mit erwarteten Einnahmen von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Solche Blockbuster seien für viele Kinos wirtschaftlich entscheidend.

Richterin Araceli Martínez-Olguín erklärte, die Kläger hätten zunächst plausibel dargelegt, dass Paramount und Warner in diesem Segment gemeinsam einen erheblichen Marktanteil erreichen würden. Damit sei es wahrscheinlich, dass der Zusammenschluss als wettbewerbswidrig eingestuft werden könnte. Dies rechtfertige eine vorläufige Aussetzung der Übernahme.

Verzögerung könnte teuer werden

Paramount weist die Argumentation zurück. Der Konzern hält die von den Bundesstaaten vorgenommene Abgrenzung eines eigenen Marktes für Blockbuster-Filme für nicht realitätsnah.

Für Paramount könnte der gerichtliche Aufschub erhebliche finanzielle Folgen haben. Um die Zustimmung der Warner-Aktionäre zu sichern, hatte der Konzern zugesagt, für jedes Quartal nach dem 30. September bis zum Abschluss der Übernahme zusätzliche Zahlungen zu leisten. Nach Unternehmensangaben könnten dadurch Kosten von rund 650 Millionen US-Dollar je Quartal entstehen.

Regierung hatte Deal genehmigt

Die US-Regierung hatte die Übernahme zuvor ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss weder den Wettbewerb noch Verbraucherinnen und Verbraucher im Fernseh-, Streaming- oder Filmgeschäft beeinträchtigen werde.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal soll die Führung des Ministeriums die Transaktion gebilligt haben, bevor die zuständigen Fachjuristen ihre Empfehlung abgegeben hatten.

Politische Debatte um CNN

Die geplante Übernahme sorgt auch politisch für Diskussionen. Hinter Paramount steht die Familie des Software-Unternehmers Larry Ellison, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gilt.

Kritiker befürchten, dass der Nachrichtensender CNN unter einem neuen Eigentümer an redaktioneller Unabhängigkeit verlieren könnte. Trump hatte mehrfach erklärt, ihm sei ein Eigentümerwechsel des Senders wichtig, da CNN häufig kritisch über ihn berichte.

Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts der Branchengröße verständigt. Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden Dollar schwer.

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