Gewerkschaft plant GeneralstreikZehntausende demonstrieren in Barcelona gegen Wohnungsnot
Das Maßnahmenpaket des spanischen Ministerpräsidenten Sánchez gegen die Wohnungskrise ist gescheitert, im November soll es Neuwahlen geben. Erneut gehen Zehntausende Menschen für bezahlbaren Wohnraum auf die Straße.
Zehntausende Menschen haben in Barcelona gegen Wohnungsnot demonstriert. Die Zahlen über die Beteiligung bei der Kundgebung im Zentrum der katalanischen Metropole gingen dabei weit auseinander. Während die Behörden von 20.000 Teilnehmern sprachen, gingen die Organisatoren von 120.000 Menschen aus.
Die Demonstration am Abend blieb größtenteils friedlich, gegen Ende kam es jedoch zu vereinzelten Auseinandersetzungen. Einige Demonstranten warfen Flaschen und Stühle einer Bar in Richtung der Polizei und steckten mehrere Container in Brand. Laut Medien nahm die Polizei mehrere Jugendliche fest.
Auf der Veranstaltung hatten die Demonstranten zuvor mehr Wohnraum gefordert. „Das versteht man nicht: Menschen ohne Wohnungen und Wohnungen ohne Menschen“, hieß es unter anderem.
Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Montag Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Zuvor waren im Parlament, in dem Sánchez keine Mehrheit mehr besitzt, zwei Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot gescheitert.
Generalstreik geplant
Die großen spanischen Gewerkschaftsbünde haben wegen der Wohnungskrise außerdem einen Generalstreik noch vor der Neuwahl des Parlaments angekündigt. „Für ordentlichen Lohn, für ein Dach über dem Kopf und dafür, dass die Preise aufhören, uns zu erdrücken“, schrieb die CCOO auf X. „Wir wissen, dass Kampf und Organisation der einzige Weg sind. Deshalb … auf zum Generalstreik!“, fügte der größte Gewerkschaftsbund hinzu.
Die UGT betonte, die Gewerkschaften würden das Problem der hohen Lebenshaltungskosten mit der Massenbewegung für bezahlbaren Wohnraum verbinden. „Die Löhne reichen nicht, um das Wohnen zu bezahlen und die Inflation auszugleichen“, kritisierte die UGT. Ein genaues Datum des eintägigen Generalstreiks werde zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt, teilten beide Verbände mit.
Auslöser für die momentanen Proteste ist der aufsehenerregende Fall einer 87-Jährigen, deren Wohnung in Madrid zwangsweise geräumt wurde. In Madrid und anderen spanischen Städten gab es daraufhin bereits große Demonstrationen gegen hohe Mieten, fehlende Wohnungen und unzureichenden Schutz vor Zwangsräumungen.
