Der Lkw-Bauer Daimler Truck hat im ersten Quartal unter der Schwäche seines wichtigsten Marktes USA gelitten. Das Konzernergebnis sackte um 80 Prozent ab. Nun soll ein Sparprogramm helfen.
Der Gewinn beim Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck ist in den ersten drei Monaten des Jahres um 80 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro gesunken, teilte der DAX-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.
Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 9,98 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um 71 Prozent von einer Milliarde Euro auf 292 Millionen Euro.
Zölle und Logistikflaute belasten
Die Finanzergebnisse seien vor allem durch eine geringere Profitabilität bei den Geschäften in Nordamerika beeinflusst worden, hieß es. In der lange Zeit lukrativsten Region verdiente der Konzern nur noch 209 Millionen Euro, ein Rückgang von 73 Prozent. Der Absatz schrumpfte um 25 Prozent, der Umsatz um 29 Prozent.
Daimler leidet zum einen direkt unter den Einfuhrzöllen der USA gegenüber Mexiko, wo Fahrzeuge für die US-Marke Freightliner gebaut werden. Zum anderen herrscht Flaute im amerikanischen Logistiksektor, sodass Speditionen weniger Neufahrzeuge nachfragen. Die belastenden Effekte des im vergangenen Jahr auf 25 Prozent erhöhten US-Zolls seien im ersten Quartal erstmals voll zum Tragen gekommen.
Der schwächelnde US-Markt und generell weniger verkaufte Busse sorgten bei Daimler Truck für einen erneuten Absatzrückgang. Der Nutzfahrzeughersteller verkaufte von Januar bis März weltweit 68.849 Lastwagen und Busse. Das entsprach einem Rückgang von neun Prozent.
Wende in Sicht?
Von einer „positiven Dynamik“ sprach das Unternehmen dagegen bei den Auftragseingängen. Sie seien im ersten Quartal um 50 Prozent zum Vorjahr gestiegen. In den USA hätten sich die Aufträge noch deutlicher erholt. „Wir sind gut aufgestellt, um im weiteren Jahresverlauf trotz eines herausfordernden ersten Quartals weitere Verbesserungen zu erzielen“, sagte Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström.
Schon im vergangenen Jahr war der Gewinn von Daimler Truck um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch der Umsatz und Absatz waren zurückgegangen. Schon im März hieß es jedoch, 2026 erwartete der Konzern eine operative Verbesserung.
Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits 2025 das Sparprogramm „Cost Down Europe“ aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb rund 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist insbesondere die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika soll gespart werden.
