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Startseite»Politik»Gründe für Überschuldung: Krankheit vor Arbeitslosigkeit
Politik

Gründe für Überschuldung: Krankheit vor Arbeitslosigkeit

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 15, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 15.07.2026 • 12:40 Uhr

Erkrankung, Sucht oder ein Unfall bringen Menschen am häufigsten in die Überschuldung. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Wer eine Schuldnerberatung aufsuchte, hatte im Schnitt fast 35.000 Euro Schulden.

Für 18 Prozent der Menschen, die 2025 eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, waren Krankheit, Sucht oder ein Unfall der wichtigste Auslöser ihrer Überschuldung. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Damit lagen gesundheitliche Gründe noch vor der Arbeitslosigkeit, die mit rund 17 Prozent die zweithäufigste Ursache war.

Die durchschnittliche Schuldenhöhe der beratenen Personen lag Destatis zufolge bei 34.650 Euro. Männer hatten mit durchschnittlich 39.717 Euro deutlich höhere Verbindlichkeiten als Frauen. Bei ihnen lagen die Schulden im Schnitt bei 29.500 Euro.

Alleinerziehende oft nach Trennung überschuldet

Bei Alleinerziehenden spielten darüber hinaus familiäre Veränderungen eine besonders große Rolle. Für rund 23 Prozent der alleinerziehenden Frauen und Männer war laut den Statistikern eine Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin der Hauptauslöser der Überschuldung.

Dabei unterschieden sich die Schuldenhöhen deutlich: Alleinerziehende Väter hatten durchschnittlich 46.219 Euro Schulden, alleinerziehende Mütter 34.386 Euro.

Mehrheit der Überschuldeten lebt allein

Knapp 52 Prozent der beratenen Personen lebten allein und stellten damit die größte Gruppe unter den Ratsuchenden. Bei fast jedem vierten Ein-Personen-Haushalt waren gesundheitliche Probleme der wichtigste Auslöser der Überschuldung.

Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten lagen in dieser Gruppe bei 32.155 Euro. Auch hier zeigten sich deutliche Unterschiede bei der Schuldenhöhe zwischen den Geschlechtern. Während alleinlebende Männer durchschnittliche Verbindlichkeiten von 35.293 Euro aufwiesen, lagen diese bei alleinlebenden Frauen mit durchschnittlich 27.629 Euro deutlich niedriger.

Rückstände oft bei Behörden

Die meisten Ratsuchenden hatten offene Forderungen bei gleich mehreren Gläubigern, hieß es weiter. Am häufigsten bestanden Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand – etwa bei Finanzämtern, Sozialversicherungsträgern oder Jobcentern. Das traf auf rund 57 Prozent der beratenen Personen zu.

Es folgten Forderungen von Telekommunikationsunternehmen (47 Prozent), Ratenkredite bei Banken (37 Prozent) sowie offene Rechnungen im Online- und Versandhandel (29 Prozent).

Laut dem Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform für 2025 sind vor allem 30- bis 39-Jährige betroffen, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen. Die wenigsten Menschen mit Schulden gibt es demnach in der Altersgruppe der über 70-Jährigen.

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