„Haben diese Nationen verdient“Israel und Libanon einigen sich auf vorläufiges Friedensabkommen
Seit Tagen verhandeln Vertreter Israels und des Libanons in den USA, um den bewaffneten Konflikt mit der proiranischen Hisbollah zu beenden. Nun verkünden sie den Abschluss eines Rahmenabkommens.
Im Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz haben sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die Vereinbarung sei ein erster Schritt in Richtung eines dauerhaften Friedens zwischen beiden Ländern, sagte US-Außenminister Marco Rubio in Washington. „Und genau das haben diese beiden Nationen verdient.“
Die Botschafterin aus dem Libanon, Nada Hamadeh Moawad, und der Botschafter aus Israel, Jechiel Leiter, unterschrieben das Abkommen im Beisein von Rubio. Vertreter der beiden Nachbarländer hatten unter US-Vermittlung zuvor tagelang in Washington verhandelt.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon und sieht darin eine schwere Niederlage für den Iran. „Das Wichtigste ist, dass Israel eindeutig an der Sicherheitszone im Südlibanon festhält“, sagte er in einer Videobotschaft. „Das ist ein großer Erfolg – und wir werden ihn bewahren, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist und solange eine Gefahr für den Staat Israel besteht.“
Kurz vor Einigung noch Angriffe im Südlibanon
Noch am Donnerstagabend hatte Israel erneut Mitglieder der Hisbollah im Südlibanon angegriffen, was die Sorgen vor einem Scheitern der Gespräche verstärkt hatte. Die Schiiten-Miliz nahm an den Gesprächen nicht teil und lehnt sie ab. Eine Stellungnahme der Hisbollah zum unterzeichneten Rahmenabkommen lag zunächst nicht vor.
Zwischen der Hisbollah und Israel gilt seit dem 19. Juni eine offizielle Waffenruhe. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen wurde sie zuletzt von beiden Seiten weitgehend eingehalten. Bei den Gesprächen in Washington sollte die bestehende Waffenruhe zunächst gefestigt werden.
Die libanesische Regierung will vor allem auch einen Abzug der israelischen Truppen erzielen. Israel verlangt wiederum eine Entwaffnung der Hisbollah. Die israelische Regierung hatte zuletzt mehrmals betont, erst bei einer vollständigen Entwaffnung der Hisbollah aus dem Nachbarland abzuziehen. Hisbollah-Chef Naim Kassim bekräftigte am Abend laut Al Jazeera, Israel habe keine andere Wahl und müsse den Libanon bedingungslos verlassen.
