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Hat der US-Präsident gelogen?: Trumps Ballsaal kostet Steuerzahler offenbar 300 Millionen Dollar

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 17, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Hat der US-Präsident gelogen?Trumps Ballsaal kostet Steuerzahler offenbar 300 Millionen Dollar

Der Ballsaal soll über einen Bunker, ein drohnensicheres Dach und kugelsicheres Glas verfügen. (Foto: picture alliance / Consolidated News Photos)

US-Präsident Trump lässt für ein Herzensprojekt den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen. Dort soll ein Ballsaal entstehen – laut Trump komplett aus privaten Spenden finanziert. Doch jetzt kommt raus: Das Projekt wird deutlich teurer als bislang behauptet. Und die Staatskasse muss herhalten.

Entgegen Beteuerungen von US-Präsident Donald Trump wird offenbar die Hälfte des Geldes für den geplanten Ballsaal neben dem Weißen Haus mit Steuergeldern bezahlt – rund 300 Millionen Dollar. Wie die „Washington Post“ nach Einsicht in Dokumente des Auftragnehmers für den Ballsaal berichtet, werden die Bauarbeiten insgesamt voraussichtlich 600 Millionen Dollar kosten, wovon mehr als die Hälfte aus Steuermitteln kommen soll.

Die Zeitung schreibt auch, dass dieser Kostenvoranschlag dem Weißen Haus vorgelegen habe, bevor Trump sagte, dass sein Herzensprojekt „nicht vom Steuerzahler“ finanziert werde. Fünf Monate nach dem Abriss des historischen Ostflügels hatte der Präsident demnach wider besseres Wissen behauptet, dass der gewaltige Ballsaal und ein darunter befindlicher Bunker „nur“ 400 Millionen Dollar kosten und private Spender die Kosten komplett übernehmen würden.

Als Trump diese Äußerungen im März machte, hatte seine Regierung laut „Washington Post“ bereits mehr als ein Dutzend Zahlungen an die für die Arbeiten zuständige Baufirma in Höhe von insgesamt mehreren zehn Millionen Dollar an öffentlichen Mitteln genehmigt.

Mehrere Projektionen, die die Firma „Clark Construction“ dem Weißen Haus vorgelegt habe, bewiesen, dass die internen Kostenschätzungen der Regierung signifikant höher gewesen seien, als Regierungsbeamte in Gerichtsdokumenten oder öffentlichen Äußerungen eingestanden hätten. „Sie zeigen zudem, dass das Projekt bereits zum Zeitpunkt seiner Ankündigung darauf ausgelegt war, in erheblichem Maße auf Steuergelder angewiesen zu sein“, schreibt die Zeitung.

Für den Ballsaal, der im September 2028 eröffnen soll, hatte Trump im vergangenen Jahr den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen, der ursprünglich 1902 errichtet worden war. Eine Denkmalschutzorganisation reichte daraufhin Klage gegen das Projekt ein. Sie argumentierte, weder der Präsident noch der für das Gelände zuständige National Park Service hätten die Befugnis, das historische Gebäude ohne ausdrückliche Genehmigung des Kongresses abzureißen.

Ein US-Berufungsgericht erlaubte im April jedoch die Fortsetzung der Bauarbeiten. Der Ballsaal soll über einen Bunker, ein drohnensicheres Dach und kugelsicheres Glas verfügen.

Quelle: ntv.de, dsc/rts

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