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Startseite»Politik»Horn von Afrika: Im Schatten des Iran-Kriegs erstarkt die Piraterie
Politik

Horn von Afrika: Im Schatten des Iran-Kriegs erstarkt die Piraterie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 30.07.2026 • 08:42 Uhr

Die Piraterie am Horn von Afrika galt als weitgehend überwunden. Doch seit geraumer Zeit werden wieder vermehrt Schiffe entführt. Der stellvertretende Kommandeur der EU-Mission Atalanta sagt: Das hängt auch mit dem Iran-Krieg zusammen.

Georg Restle

Zuletzt traf es den Öltanker MT „Asana“. Mitte Juli kaperten somalische Piraten das Schiff vor der Südküste des Jemen und entführten es Richtung Puntland, eine teilautonome Provinz Somalias. An Bord waren 22 Crew-Mitglieder, keines davon aus Deutschland, wie der stellvertretende Kommandeur der EU-Operation Atalanta, Paolo Fantoni, im Interview mit dem ARD-Studio Nairobi betont. Andere Quellen hatten zuletzt von acht Deutschen an Bord gesprochen. „Das entspricht nicht den Tatsachen“, stellt Fantoni klar.

Der Tanker „Asana“ fährt unter tansanischer Flagge und ist eines von vier weiteren Schiffen, die sich laut Fantoni seit dem 21. April in Gewalt somalischer Piraten befinden, 67 Crew-Mitglieder werden seitdem gefangen gehalten, „die meisten aus Indien und Pakistan“, erklärt Fantoni.

Das Handelsschif „Basilisk“ wurde 2024 von Piraten vor Somalia überfallen. Als militärische Hilfe kam, hatten die Piraten das Schiff schon wieder verlassen.

Deutliche Zunahme von Übergriffen

Um diese Schiffe und ihre Crews kümmert sich Atalanta gerade intensiv. Man versuche, alle „aus der Hand der Piraten“ zu befreien, „damit sie zurück zu ihren Familien können“, sagt Fantoni, auch wenn sich dies äußerst schwierig gestalte, da die Piraten aus dem Hinterland Somalias heraus operierten, wo die EU-Operation keinen Zugang habe.

Die EU-Operation Atalanta bekämpft die Piraterie am Horn von Afrika seit 2008. Nachdem die Gefahr als weitgehend eingedämmt galt, wurde die Bundeswehr 2022 aus der Operation abgezogen. Seit 2023 beobachtet Fantoni jedoch wieder eine deutliche Zunahme von Übergriffen somalischer Piraten. Insgesamt seien derzeit wieder „100 bis 120 Piraten“ aktiv.

Instabilität – „idealer Nährboden für Kriminelle“

Dass sich die Entführung von Schiffen jetzt wieder häufe, ist für Fantoni kein Zufall: „Die derzeitige Instabilität in der Region schafft einen idealen Nährboden für Kriminelle. Und wo Instabilität wächst, kommen die Piraten.“ Fantoni sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konflikt im Nahen Osten, den jüngsten Angriffen der Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe und dem Wiedererstarken somalischer Piraten:

Die Piraten nutzen gerade das entstandene Vakuum und diese Unsicherheit, die auch durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran entstanden ist, um nach Jahren, in denen es keine Entführungen gab, wieder aktiv zu werden.

Paolo Fantoni, EU-Operation Atalanta

Appell an EU: Piraterie ernst nehmen

Fantoni appelliert an die Mitgliedstaaten der EU die wachsende Gefahr durch Piraterie am Horn von Afrika ernst zu nehmen: „Jetzt, wo die Piraterie wieder zunimmt, brauchen wir eine stärkere Reaktion der europäischen Nationen bei der Unterstützung von Atalanta, aber auch für die Mission Aspides.“

Neben Atalanta ist die EU seit 2024 auch mit der Operation Aspides am Horn von Afrika militärisch aktiv. Deren Aufgabe ist der Schutz der zivilen Seefahrt vor Luft- und Seeangriffen im Roten Meer, im Golf von Aden und den angrenzenden Seegebieten.

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Dr. Heinrich Krämer
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