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Startseite»Nachrichten»Job am Menschen: Klischee und Realität: Was die Arbeit in der Pflege ausmacht
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Job am Menschen: Klischee und Realität: Was die Arbeit in der Pflege ausmacht

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 26, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Job am Menschen Klischee und Realität: Was die Arbeit in der Pflege ausmacht

Die klassische Arbeit am Patienten ist häufig nur ein Türöffner für weitere Berufschancen in der Pflege. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn)

Sie sind heiß begehrt und vielseitig ausgebildet: Pflegekräfte haben geradezu unendlich viele Karriereoptionen. Was bei der Wahl des passenden Wegs wichtig ist und welche Rolle Interessen spielen.

Ein Beruf in der Pflege? Viele denken dabei an den klassischen Stationsdienst oder den ambulanten Pflegedienst. Doch das sind nur zwei von unzähligen beruflichen Betätigungsfeldern in der Pflegebranche. Der Weg dahin? Führt oft über Umwege.

Zum Beispiel so: Eine junge Frau oder ein junger Mann lernt in der klassischen Ausbildung oder im dualen Studium unterschiedliche Fachbereiche – im Krankenhaus etwa den OP-Saal, die Notfall-Ambulanz oder die Psychiatrie – kennen. Nach der Ausbildung sammeln die Fachleute in einem oder verschiedenen Fachgebieten erste Berufserfahrungen.

„Hieraus entwickeln sich persönliche Interessen und Kompetenzen – und oft entsteht der Wunsch nach Weiterentwicklung“, sagt Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) mit Sitz in Berlin. Damit verbunden ist häufig auch der Wunsch nach mehr Autonomie und Verantwortung, wozu dann auch eine bessere Bezahlung gehört.

Wann sich ein Studium und wann eine Ausbildung lohnt

Ob sich ein Studium mit einem Abschluss auf Bachelorniveau anstelle einer Ausbildung lohnt, hängt von den persönlichen Neigungen ab. „Ein Studium ist insgesamt wissenschaftlicher angelegt als eine Ausbildung“, sagt Prof. Frank Weidner, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstands des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP).

Wer früh weiß, dass er oder sie sich beruflich weiterentwickeln möchte, sollte den akademischen Weg wählen, rät Vera Lux. Denn das verkürzt die Ausbildungszeit insgesamt und spart zudem Kosten. Alle, die ein drei- bis vierjähriges Studium mit dem Abschluss Bachelor absolvieren und unmittelbar danach ein zweijähriges Masterstudium anschließen, sind in insgesamt fünf bis sechs Jahren fertig ausgebildet. Bei einer klassischen Ausbildung (drei Jahre), einem anschließenden Bachelorstudium (drei Jahre) und einem Masterstudium (zwei Jahre) sind dagegen acht Jahre nötig.

Welche Karrierewege es gibt

„Der Pflegebereich ist ein Kosmos mit zig Betätigungsfeldern“, sagt Weidner. Die Fachleute können bei der Versorgung von Kranken mitwirken, aber etwa auch im Management, im Bildungsbereich, in der Verwaltung und Beratung oder in Forschung und Wissenschaft arbeiten. Auch Fachkarrieren sind möglich, wie Frank Weidner sagt. Zum Beispiel in der hoch technisierten Intensivpflege oder in der Palliativpflege, für die es viel Empathie braucht.

Auch Karrieren als Advanced Practice Nurse (APN), also mit erweitertem Tätigkeitsbereich oder als Community Health Nurse (CHN), also als erste, niedrigschwellige Ansprechpartner in Fragen der Krankheitsprävention sowie bei chronischen und komplexen Erkrankungen sind attraktiv. Möglich ist auch eine Fachkarriere als Qualitäts- und Risikomanager oder als Leitung einer Abteilung, einer Station oder einer Einrichtung.

Pflegekräfte stellen im Berufsalltag fest, welche Interessen und Neigungen sie haben. „Dazu kommt es automatisch, wenn sie sich in die Organisation und Projekte ihrer jeweiligen Abteilung einbringen und sich Wissen aneignen“, so Vera Lux. Es gehe etwa um die Weiterentwicklung von Pflegequalität, Patientensicherheit, den Einsatz von digitalen Unterstützungs- und Dokumentationssystemen und vieles mehr. „Pflegekräfte müssen sich nicht für immer festlegen, sie können nach erfolgter Weiterbildung immer wieder in andere Betätigungsfelder der Branche wechseln“, sagt Frank Weidner.

Welche Weiterbildungsangebote und Qualifikationen sinnvoll sein können

Wichtig ist laut Vera Lux, sich im Vorfeld zu überlegen: Was will ich und wo will ich hin?

  • Will ich mein Wissen aktualisieren?

  • Will ich mir neues Wissen/neue Kompetenzen aneignen?

  • Will ich mehr Verantwortung übernehmen – etwa als Projektleitung, Führungskraft, Praxisanleitung, Lehrkraft?

  • Will ich eine akademische Karriere einschlagen?

  • Will ich eine spezifische Weiterbildung machen?

Sobald das geklärt ist, geht’s auf die Suche nach passenden Angeboten. „Weiterbildungen sind etwa nach Absprache mit dem Arbeitgeber in Vollzeit möglich“, sagt Frank Weidner. Aber es gibt auch berufsbegleitende Angebote, bei denen die Weiterbildung teils auch digital erfolgt.

Welche Rolle Arbeitgeber spielen

Viele Unternehmen im Pflegebereich haben laut Vera Lux Abteilungen etabliert, die sich um Personalentwicklung und Karriereberatung kümmern. Dabei geht es um unterschiedliche Skills, sowohl was Persönlichkeit, Kommunikation, Konflikttraining, Fehlerkultur oder etwa die digitalen Kompetenzen angeht. Oft wird auch Unterstützung angeboten, falls Beschäftigte sich weiterbilden – etwa volle oder teilweise Kostenübernahme, bezahlte Freistellung oder ein Sabbatical.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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