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Kabel-Router mit Triband-Wi-Fi 7: So gut ist die brandneue Fritzbox 6690 Pro

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 15, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Kabel-Router mit Triband-Wi-Fi 7So gut ist die brandneue Fritzbox 6690 Pro

15.09.2026, 20:48 Uhr Von Klaus Wedekind
Fritzbox 6690 Pro Test (1 von 4)
Die Fritzbox 6690 Pro ganz in Weiß. (Foto: kwe)

Seit Kurzem ist die Fritzbox 6690 Pro erhältlich, der erste Kabel-Router aus Berlin, der WiFi 7 über drei Frequenzbänder bietet. Im Praxistest gibt das Gerät mächtig Gas, speziell, wenn Multi-Link Operation (MLO) am Werk ist.

Rund viereinhalb Jahre lang war die Fritzbox 6690 Cable der unangefochtene Kabel-König, doch jetzt ist der Nachfolger auf dem Markt, der noch besser beziehungsweise moderner ausgestattet ist. ntv.de hat ausprobiert, was der knapp 430 Euro teure Bolide auf dem weißen Kasten hat.

Unveränderte Anschlüsse

Äußerlich unterscheidet sich die Pro nur durch ihr durchgehend weißes Gehäuse von der Vorgängerin, die noch die typische rote Blende um Tasten und LEDs hat. Auch sonst ist vieles beim Alten geblieben. So hat die 6690 Pro nach wie vor ein integriertes Kabelmodem mit DOCSIS 3.1 und die gleichen Anschlüsse auf der Rückseite. Es gibt eine LAN-Buchse, die Datenraten bis zu 2,5 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) ermöglicht, drei weitere LAN-Anschlüsse kommen auf bis zu 1 Gbit/s. Zwei USB-A-Eingänge haben eine USB-3.0-Schnittstelle, und als Telefonanlage verfügt die Fritzbox 6690 Pro über eine TAE- und zwei RJ11-Buchsen.

Fritzbox 6690 Pro Test (4 von 4)
Die Pro hat die gleichen Anschlüsse wie die Vorgängerin. (Foto: kwe)

Sogar der durchschnittliche Energieverbrauch im ausgewogenen Modus ist nahezu unverändert geblieben. Im Test-Setting mit einem Repeater und 30 aktiven Geräten im Netzwerk liegt er bei rund 15 Watt. Damit kostet ihr Betrieb bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh etwa 46 Euro im Jahr.

Wi-Fi 7 und 6 GHz

Die wichtigen Unterschiede zur Vorgängerin befinden sich im Inneren auf der Hauptplatine: Die WLAN-Chips der Pro unterstützen Wi-Fi 7 statt nur Wi-Fi 6, und das zusätzlich zu 2,4 und 5 Gigahertz (GHz) auch auf dem 6-GHz-Frequenzband. Dabei nutzt die Fritzbox wie bei 2,4 GHz eine 2X2-Antennenkonfiguration (MIMO), während sie bei 5 GHz mit 4X4-MIMO arbeitet.

Fritzbox 6690 Pro Test (3 von 4)
Generationentreffen. (Foto: kwe)

Die neuen WLAN-Fähigkeiten bieten mehrere Vorteile. Mit Wi-Fi 7 können theoretisch Datenübertragungen mit Geschwindigkeiten bis zu 48 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) erreicht werden. Mit dem Vorgänger-Standard sind im Idealfall höchstens 9,6 Gbit/s möglich. Außerdem ist Wi-Fi 7 Voraussetzung für MLO (Multi-Link Operation). Bei dieser Technik nutzen die Fritzbox und kompatible Geräte zwei Frequenzbereiche gleichzeitig. Das ermöglicht schnellere Datenraten, stabilere Verbindungen und geringere Latenzen.

Schneller, weniger störanfällig, geringere Latenz

Das 6-GHz-Band erlaubt zwar mit bis zu 5760 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) keine schnelleren Übertragungen als über 5 GHz. Doch es arbeitet nahezu störungsfrei, da es in anderen Netzwerken in der Umgebung (bisher) selten genutzt wird.

Ein weiterer Vorteil des 6-GHz-Bands ist eine extrem niedrige Latenz, was beispielsweise fürs Gaming interessant ist. Speziell in Ballungsräumen wichtig ist zudem, dass die Fritzbox in diesem Frequenzbereich keinem Radar von kritischer Infrastruktur in die Quere kommen kann, etwa von Flughäfen oder Militäranlagen, aber auch Wetterstationen. Dies kann dazu führen, dass ein Router den Kanal wechseln muss, was zu Unterbrechungen führt.

Schließlich steht das 6-GHz-Band auch für MLO mit 5 GHz zur Verfügung, was unter Umständen durch die zwei großen Kanalbandbreiten einen großen Geschwindigkeitsgewinn bedeutet. Obendrein ist die Kombination natürlich besonders störungsarm und glänzt durch niedrige Latenzen.

Das gilt allerdings nur für kurze Distanzen. Denn die Reichweite von 6 GHz ist noch etwas geringer als die von 5 GHz. Das Gleiche gilt für die Fähigkeit, Wände zu durchdringen. Stehen Router und Client weiter auseinander, springt das 2,4-GHz-Band ein. Es erlaubt zwar nur deutlich niedrigere Datendurchsätze und ist störanfälliger, aber es hat auch eine wesentlich größere Reichweite.

Flotte Testergebnisse

Im Test zeigte die Fritzbox 6690 Pro, dass sie ziemlich lange MLO mit 5 und 6 GHz aufrechterhalten kann. Mit einem iPhone 17 Pro wurde über rund 20 Meter hinweg durch zwei Wände hindurch immerhin noch ein realer Datendurchsatz von 482 Mbit/s gemessen, ein Pixel 11 Pro XL kam auf 432 Mbit/s. Beide Werte wurden mit der Fritz-WLAN-App ermittelt.

In unmittelbarer Nähe des Routers oder im Nachbarzimmer maß ntv.de auf den beiden Smartphones Datenraten von bis zu 2167 und 2722 Mbit/s. Ein MacBook Air M4, das Wi-Fi 6E und 6 GHz unterstützt, erreichte seine Brutto-Höchstgeschwindigkeit von 2401 Mbit/s. Das entspricht etwa einem realen Datendurchsatz von 1500 Mbit/s.

Zigbee schon da, bald auch Matter?

Ein weiterer wichtiger Unterschied zur Fritzbox 6690 Cable ist, dass die Pro Zigbee unterstützt. Der Standard ermöglicht es ihr, neben den eigenen DECT-Produkten auch zahlreiche Geräte von Drittherstellern ohne zusätzliche Bridge ins Smarthome-Netzwerk einzubinden. Dazu gehören unter anderem Leuchtmittel, Rollos, Steckdosen oder Sensoren. Eine komplette Liste bietet die Fritz! GmbH auf einer entsprechenden Webseite.

Im Gegensatz zur deutschsprachigen Pressemitteilung der Fritz! GmbH heißt es in der englischsprachigen Version, die Fritzbox 6690 Pro unterstütze neben Zigbee auch Matter, womit ihre Smarthome-Möglichkeiten noch deutlich größer wären. Das könnte bedeuten, dass sie wie kürzlich die 6590 Pro bald ein entsprechendes Update erhalten wird, das sie zur Matter-Bridge macht. Mit Zigbee sind die Voraussetzungen dafür jedenfalls vorhanden.

Fazit

Wer aktuell die Fritzbox 6690 Cable nutzt, kann sich zunächst noch zurücklehnen und abwarten, wie sich der Preis der Pro entwickelt. Das Gerät ist zwar bald fünf Jahre alt, womit die Garantiezeit abgelaufen sein wird, aber der Hersteller hält sie vermutlich noch länger aktuell. Erst kürzlich hat sie wieder ein Beta-Update (Labor-Update) erhalten, was darauf hindeutet, dass sie den nächsten großen Sprung von Fritz!OS auf Version 8.50 noch mitmachen wird.

Benötigt man jetzt einen neuen Kabel-Router, lohnt sich die hohe Investition von 430 Euro in die leistungsfähige und zukunftssichere Fritzbox 6690 Pro. Sind die Ansprüche nicht so hoch, ist die 6670 Cable für knapp 290 Euro eine günstigere Alternative. Sie bietet ebenfalls Wi-Fi 7, beherrscht Zigbee und könnte ein Matter-Update erhalten. Allerdings nutzt ihr WLAN nicht die 6-GHz-Frequenz und sie hat nur vier Antennen an Bord.

Quelle: ntv.de

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