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Startseite»Nachrichten»Keine „Ausgeburt der Hölle“: Ex-SPD-Regierungschef empfiehlt SPD Zusammenarbeit mit AfD
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Keine „Ausgeburt der Hölle“: Ex-SPD-Regierungschef empfiehlt SPD Zusammenarbeit mit AfD

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 23, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Keine „Ausgeburt der Hölle“Ex-SPD-Regierungschef empfiehlt SPD Zusammenarbeit mit AfD

Torsten Albig war von 2012 bis 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Seit 2023 ist der SPD-Mann Cheflobbyist des Tabakkonzerns Philip Morris in Deutschland. (Foto: picture alliance/dpa)

In Ostdeutschland kann die AfD gleich bei mehreren Landtagswahlen auf große Erfolge hoffen. Torsten Albig, früherer Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, empfiehlt speziell seiner SPD in solch einem Fall Pragmatismus: Man könne nicht dauerhaft so tun, als wäre die AfD die Ausgeburt der Hölle.

Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, hat seiner SPD empfohlen, sich auch auf von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen einzulassen. „Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben“, sagte der 62-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Für ihn wäre es vorstellbar, „wenn also nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise Manuela Schwesig sagen würde: ‚Ich suche mir meine Mehrheiten im Landtag je nach Thema‘.“

Von Vielparteienbündnissen mit CDU, Linken, Grünen oder BSW rät Albig der SPD dagegen ab. Das belaste die Leistungsfähigkeit der Demokratie, sagt der frühere Ministerpräsident. „Solche Bündnisse lassen nur noch frustrierte Wähler zurück.“

Keine „Ausgeburt der Hölle“

Eine Zusammenarbeit bedeute nicht, dass „wir das ideologische Gedankengut von Rechtspopulisten teilen, sondern weil wir unseren verlorengegangenen Wählern zeigen: Wir haben verstanden – kommt wieder nach Hause“, sagte Albig. Alte Genossen träten eins zu eins in die AfD ein – „und das sicher nicht, weil die alle Nazis geworden sind, sondern weil sie bei uns etwas vermissen“.

„Wenn 30 Prozent diese Partei wählen, können wir nicht auf Dauer so tun, als wäre das die Ausgeburt der Hölle.“ So weiterzumachen wie bisher, berge die Gefahr, „dass es die Sozialdemokratie hierzulande bald nicht mehr gibt“.

Albig war von 2009 bis 2012 Oberbürgermeister von Kiel und danach bis 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Nach einer verlorenen Landtagswahl zog er sich aus der aktiven Politik zurück und ging in die Wirtschaft. Nach leitenden Funktionen bei der Deutschen Post DHL und beim Bundesverband Deutscher Postdienstleister wechselte er 2023 als Lobbyist zum Tabakkonzern Philip Morris.

In der zweiten Jahreshälfte wird in drei Ländern gewählt: Sachsen-Anhalt (6.9.), Berlin (20.9.) und Mecklenburg-Vorpommern (20.9.). In Umfragen steht die AfD derzeit in Berlin auf dem zweiten Platz hinter der CDU. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern führt sie die Befragungen an. Auch im RTL/ntv-Trendbarometer für die Bundestagswahl hatte die AfD zuletzt mit 28 Prozent einen neuen Höchststand erreicht.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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