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Startseite»Nachrichten»„Keine Juden erlaubt“: Hotel in Bayern lehnt Buchung von Israeli mit antisemitischer Begründung ab
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„Keine Juden erlaubt“: Hotel in Bayern lehnt Buchung von Israeli mit antisemitischer Begründung ab

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Keine Juden erlaubt“Hotel in Bayern lehnt Buchung von Israeli mit antisemitischer Begründung ab

Der Zentralrat der Juden fordert nach dem Vorfall eine juristische Untersuchung. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Ein Hotelbetreiber in Bayern storniert eine Buchung. Daraufhin erhält er Morddrohungen, die Buchungsplattform nimmt sein Hotel von der Seite. Denn seine Absage hatte nichts mit Überbuchung oder Fehlplanung zu tun.

Ein Hotel in Bayern hat eine Buchung aus Israel mit einer antisemitischen Begründung abgelehnt. Die israelische Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador, verurteilte das Verhalten des Hotels auf der Plattform X scharf. Demzufolge hatte dieses auf die Buchungsanfrage auf Englisch geantwortet: „Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.“ Das Hotel „Zum Hirschen“ in Lam in der Oberpfalz entschuldigte sich inzwischen per E-Mail bei dem Gast und lud diesen zu einem kostenlosen Urlaub ein.

„Das ist überhaupt nicht unser Weltbild“, sagte Juniorchef Andreas Vogl auf Anfrage. „Es war definitiv falsch von uns, auf diese Art und Weise im Chat zu antworten“, schrieb das Hotel dem Gast in einer E-Mail, die auch an die bayerische Staatskanzlei ging. Darin erläutern die Betreiber des Familienhotels, wie es zu der Äußerung kam. Demnach kämpfe das Hotel seit längerer Zeit mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen über eine große Buchungsplattform, bei denen Nutzerdaten gestohlen worden sein sollen.

Auch bei der Anfrage aus Israel habe man fälschlicherweise angenommen, dass es sich um einen Fake handele. „Es ist uns aber wirklich äußerst wichtig, dass Sie verstehen, dass diese Äußerung nicht im Hinblick auf Menschen jüdischen Glaubens gemacht wurden, sondern aus Ärger über die zahlreichen Fake-Buchungen“, heißt es in dem Schreiben. „Das war nichtsdestotrotz inakzeptabel und darf so in einem professionellen Betrieb nicht passieren.“

„Menschenverachtende Aussage lässt sich nicht rechtfertigen“

In der E-Mail lud das Hotel den Gast und dessen Familie für eine Woche kostenlos in die Oberpfalz ein, „um uns persönlich kennenzulernen, und um Ihnen zu beweisen, dass wir keine schlechten Menschen sind, die andere diskriminieren“. Bei dem Hotel gehen nach Angaben von Vogl seither täglich Drohungen und Morddrohungen ein. Die Buchungsplattform habe das Hotel außerdem von der Plattform genommen. „Das ist ein Riesen-Problem“, sagte Vogl. Er gehe aber nicht davon aus, dass sich trotz der Klarstellung daran etwas ändern werde.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert nach der antisemitischen Äußerung eine juristische Untersuchung. „Die menschenverachtende Aussage „keine Juden erlaubt“ lässt sich unabhängig vom Versuch ihrer Kontextualisierung keinesfalls rechtfertigen“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster. „Meine Erwartung ist, dass dieser Vorfall auf seine strafrechtlichen Konsequenzen überprüft wird.“

Quelle: ntv.de, zgl/dpa

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