„Könnte ganz Europa umfassen“Trump kündigt „sehr großen Deal“ mit Russland und Entscheidung zum Iran an
Als hätte es keine Kongresswahlen gegeben, wendet sich Trump wieder seinen beiden außenpolitischen Großbaustellen zu. Für den Ukraine-Krieg kündigt er einen „sehr großen“ Deal mit Russland an. Im Iran-Krieg werde er bald eine Entscheidung fällen.
US-Präsident Donald Trump hat einen „sehr großen“ Deal mit Russland vorausgesagt, der nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise „ganz Europa“ betreffen könnte. „Er wird mehr als die Ukraine umfassen, und ich könnte sogar sagen, dass er ganz Europa umfassen könnte“, sagte Trump vor Journalisten im Oval Office. Nach eigenen Angaben hatte der US-Präsident zuvor unangekündigt Kreml-Berater Kirill Dmitrijew im Weißen Haus in Washington getroffen.
„Ich kann Ihnen nicht sagen, worüber ich gesprochen habe“, sagte Trump. „Ich sage Ihnen nur: Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine große Übereinkunft geben.“ Er fügte hinzu: „Es wird ein großes, schönes Abkommen werden, und alle werden begeistert sein.“
US-First-Lady Melania Trump hatte zuvor Vertreter Moskaus und Kiews im Weißen Haus empfangen, darunter Dmitrijew. Dabei sprach sie sich für eine dauerhafte Waffenruhe in der Ukraine aus. Als Vorbild könne die sechstägige Feuerpause in der Stadt Oleschky in der vergangenen Woche dienen, sagte die Frau von US-Präsident Trump. Für die Waffenruhe in Oleschky, die am Sonntag ausgelaufen war, hatte sich Melania Trump eingesetzt. Die Waffenruhe war die längste in dem seit gut viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Trump sagte, er habe sich am Donnerstag nicht mit den ukrainischen Vertretern getroffen.
Iran-Krieg: „Wollen wir noch weitergehen?“
Gleichzeitig kündigte Trump an, er werde bald über die Frage einer möglichen Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran entscheiden. Erklärtes Ziel seines im Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieges ist es, den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. „Wollen wir noch weiter gehen“ mit den Angriffen, damit „so etwas nie wieder passieren wird?“, sagte Trump Reportern im Weißen Haus. „Ich würde den Rest des Landes lieber nicht zerstören, wenn möglich, aber vielleicht muss ich es tun“, sagte der Präsident und fügte hinzu, das würden diese „bald genug“ erfahren.
Der Iran hatte sich zuvor am Tag nach den Zwischenwahlen mit der herben Niederlage für Trumps Republikaner kämpferisch gegeben. „Den Iran anzugreifen bringt keinen Sieg“, schrieb Außenamtssprecher Ismail Baghai auf der Plattform X auf Englisch. Der Iran könne nicht durch Drohungen eingeschüchtert werden. Trump sagte derweil nach einem Treffen mit seinen Sicherheitsberatern, die USA kontrollierten in Bezug auf den Iran „alles, was wir kontrollieren wollten. Und nun werden wir eine Entscheidung treffen“, sagte er.
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ zitierte einen US-Beamten, wonach das zuständige US-Regionalkommando Centcom derzeit die Vorbereitungen für eine mögliche Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen im Iran vorantreibe. Allerdings habe es noch keine neuen Anweisungen aus Washington erhalten. Während Trump über seinen nächsten Schritt nachdenkt, waren zuletzt wieder mehrfach Vermittler zu Gesprächen in Teheran. Auch der US-Präsident hatte jüngst von möglichen Verhandlungserfolgen in dem Konflikt gesprochen.
