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Startseite»Nachrichten»„Längst überfällig“: Nastassja Kinski reagiert auf die Kehrtwende von Wim Wenders
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„Längst überfällig“: Nastassja Kinski reagiert auf die Kehrtwende von Wim Wenders

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Längst überfällig“Nastassja Kinski reagiert auf die Kehrtwende von Wim Wenders

War im Film „Falsche Bewegung“ im Alter von 13 Jahren oben ohne zu sehen: Nastassja Kinski. (Foto: IMAGO/Future Image)

Seit Jahren fordert Nastassja Kinski die Entfernung einer Nacktszene, die mit ihr als 13-Jährige für den Film „Falsche Bewegung“ gedreht wurde. Nun handelt Regisseur Wim Wenders. Über ihren Anwalt reagiert die Schauspielerin auf den „längst überfälligen“ Sieg.

Die Nacktszene der damals 13-jährigen Nastassja Kinski in Wim Wenders‘ Film „Falsche Bewegung“ beschäftigt die deutsche Filmbranche seit Jahren. Als der Regisseur am vergangenen Freitag beim Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, äußerte er sich erneut zu dem Fall. So erklärte er, dass er heute vieles anders sehe als damals. Gleichzeitig warb Wenders für einen gesellschaftlichen Dialog darüber, wie mit Werken umzugehen sei, die in einer anderen Zeit entstanden sind.

Doch genau diese Worte sorgten anschließend für Kritik. Viele Beobachter warfen Wenders vor, die Debatte zu stark auf Fragen von Kunstfreiheit, Zeitgeist und mögliche Zensur zu verengen. Dabei gehe es im Kern nicht um die Neubewertung eines alten Films, sondern um die Forderung von Nastassja Kinski, eine Nacktszene zu entfernen, die mit ihr als Kind gedreht wurde.

Wenige Tage nach seinem umstrittenen Auftritt zog Wenders dann Konsequenzen. In der Mitteilung über seine gleichnamige Stiftung gab er bekannt, den Film vorerst aus der Öffentlichkeit zu nehmen. Außerdem bat er Kinski um Entschuldigung. „Als einziger der damals für ‚Falsche Bewegung‘ handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber“, hieß es in dem Statement.

„Habe gemerkt, dass das nicht in Ordnung war“

Nun reagiert auch Nastassja Kinski selbst zu dem neuen Vorgang – allerdings indirekt über ihren Anwalt Christian Schertz. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte er: „Die Entscheidung von Wim Wenders ist zunächst einmal zu begrüßen. Sie ist allerdings auch längst überfällig gewesen. Ich bedauere zudem, dass das erst infolge des öffentlichen Drucks erfolgte, nachdem er in seiner Rede auf dem Deutschen Filmpreis zunächst versucht hat, die Verantwortung abzugeben, und das Ansinnen von Nastassja Kinski indirekt als Zensur bewertete, was wirklich infam war.“

Schertz verwies auch darauf, dass Kinski und er über viele Jahre versucht hätten, mit Wenders ins Gespräch zu kommen. „Man muss an dieser Stelle noch mal betonen, dass zuvor sämtliche Bemühungen von Frau Kinski und mir über mehr als zehn Jahre gescheitert waren, sie hierzu anzuhören. Zudem muss man natürlich abwarten, was jetzt konkret das Gesprächsangebot beinhaltet.“

Kinski hatte sich nach eigenen Angaben über Jahre hinweg dafür eingesetzt, dass die betreffende Szene entfernt wird. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte sie kürzlich: „Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war.“

Die Debatte dürfte damit noch längst nicht beendet sein. Gegenüber der „Bild“-Zeitung kündigte der Präsident der Deutschen Filmakademie, Florian Gallenberger, an, dass sich die Akademie im September ausführlich mit der von Wenders aufgeworfenen Frage beschäftigen werde, ob Filme und andere Kunstwerke nachträglich verändert werden sollten. Die Diskussion berühre juristische, ethische und künstlerische Fragen gleichermaßen. „Wir als Akademie wollen uns diesen Fragen gemeinsam, offen und differenziert widmen. Die notwendige inhaltliche Vorbereitung auf einen fundierten Austausch erfordert Zeit und Sorgfalt, deshalb planen wir im September eine Veranstaltung dazu“, so Gallenberger.

Quelle: ntv.de, lpe

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