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    Litauen: Bundeswehr trainiert – Pistorius auf Truppenbesuch

    Juni 22, 2026
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Startseite»Politik»Litauen: Bundeswehr trainiert – Pistorius auf Truppenbesuch
Politik

Litauen: Bundeswehr trainiert – Pistorius auf Truppenbesuch

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.06.2026 • 10:15 Uhr

Gut 2.900 Soldaten üben in Litauen bei der Übung „Freedom Shield“ die Verteidigung der NATO-Ostflanke – unweit der Grenze zu Belarus. Heute ist Verteidigungsminister Pistorius zu Besuch.

Unweit der Grenze zu Belarus übt die Bundeswehr in Litauen die Verteidigung der NATO-Ostflanke. Trainiert werden soll unter anderem der Kampf mit und gegen Drohnen. Mehr als 300 davon sind im Einsatz. Im Verbund mit herkömmlichen Waffensystemen wie Panzern soll möglichst realistisch werden, wie ein Gefecht an der NATO-Ostflanke aussehen könnte. Zu der Übung wird auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erwartet.

Für die Übung „Freedom Shield“ wurden rund 2.900 Soldaten – darunter 2.300 aus Deutschland – und rund 800 Fahrzeuge aus acht NATO-Staaten auf dem Truppenübungsplatz Pabrade zusammengezogen. Dieser liegt etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Belarus, das ein Verbündeter von Russland ist. Die Übung dürfte also auch als Zeichen an Moskau verstanden werden.

Deutschland hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine dauerhafte Stationierung von Bundeswehr-Soldaten in Litauen zugesichert. Die Panzerbrigade soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von rund 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern als Kampfverband voll einsatzfähig sein. Bislang sind rund 1.800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert.

Pistorius setzt auf Freiwilligkeit

Den Personalbedarf der Brigade möchte die Bundeswehr möglichst mit Freiwilligen decken und setzt auf attraktive Konditionen.

Doch es geht nur langsam voran. Pistorius geht inzwischen davon aus, dass es nicht ganz ohne Verpflichtungen gehen wird. Zwar gehe man weiterhin davon aus, dass sich die große Mehrheit freiwillig für den Dienst in dem baltischen NATO-Land melde, sagte er im Bericht aus Berlin. Aber es werde wahrscheinlich einen Prozentsatz geben, den man verpflichten müsse.

Litauen baut neue Militärstadt

Hauptstandort der Brigade wird Rudninkai nahe der Grenze zu Belarus sein. Die Kaserne wird in einem Waldgebiet liegen, das im Mai 2022 kurz nach Russlands Großangriff auf die Ukraine per Sondergesetz zu einem Truppenübungsplatz der litauischen Armee erklärt wurde.

Rund 35 Kilometer von der Hauptstadt Vilnius entfernt wird nahe dem kleinen Dorf eine ganze Militärstadt für die deutschen Truppen errichtet. Nur rund 1,5 Kilometer vom Ortszentrum des 500-Seelen-Dorfes entfernt entstehen Kasernen, Waffen- und Munitionsdepots, Logistikflächen und Hallen für die Unterbringung und Wartung von Panzern und anderen Gefechtsfahrzeugen.

Die Arbeiten am größten militärischen Infrastrukturprojekt in der Geschichte Litauens laufen auf Hochtouren – die ersten Bauten stehen bereits. Die Regierung in Vilnius versicherte wiederholt, dass die von litauischer Seite finanzierte Infrastruktur für den Einsatz der Brigade rechtzeitig stehen werde.

Viel Sympathie für Bundeswehr in Litauen

Dass absehbar rund 5.000 Bundeswehr-Soldaten dauerhaft mit ihren Familien nach Litauen ziehen werden, bedeutet den Menschen in dem Ostseestaat viel. Nicht nur in Umfragen erfährt die Stationierung der Brigade eine hohe Zustimmung und viel Sympathie. Selbst in einem litauischen Schulbuch wird ihr Beitrag für die Sicherheit Litauens schon erwähnt.

Deutlich sichtbar wurde die Wertschätzung auch beim Aufstellungsappell im Mai 2025 auf dem Kathedralenplatz von Vilnius: Tausende Menschen wohnten der vom litauischen Fernsehen auch live übertragenen feierlichen Zeremonie bei. Daran nahm auch Bundeskanzler Friedrich Merz teil, dessen Worte zu den gemeinsamen Sicherheitsinteressen von Deutschland und seinem NATO-Partner im Dezember 2025 an der Wand des historischen Rathauses verewigt wurden: „Die Sicherheit Litauens ist auch unsere Sicherheit. Der Schutz von Vilnius ist der Schutz von Berlin.“

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Dr. Heinrich Krämer
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