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Startseite»Politik»Marktbericht: Nahost-Konflikt bremst Börsen aus
Politik

Marktbericht: Nahost-Konflikt bremst Börsen aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 08.05.2026 • 07:56 Uhr

Wie stabil ist die Waffenruhe im Nahen Osten noch? Die USA greifen Ziele im Iran an. Anleger sind verunsichert. Die Rekordrally an einigen Aktienmärkten dürfte vorerst beendet sein.

Neue gegenseitige Angriffe zwischen den USA und Iran haben Zweifel an der Waffenruhe in der Golfregion geschürt. Anleger befürchten, dass dies Auswirkungen auf die Ölversorgung haben könnte. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Freitag auf über 100 Dollar je Barrel (159 Liter).

Der DAX dürfte deshalb schwächer in den Handel starten. Der Broker IG taxierte den wichtigsten deutschen Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Auftakt 0,8 Prozent tiefer auf 24.471 Punkte. Das Tief lag in der Nacht sogar bei 24.318 Punkten.

An den US-Börsen herrschte am Donnerstag anfangs noch Goldgräberstimmung. Der S&P 500 und der Auswahlindex Nasdaq 100 erreichten zunächst noch neue Rekordstände – trotz des Kriegs im Nahen Osten und einer drohenden weltweiten Energiekrise. Doch dann kam es zu Gewinnmitnahmen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer bei 49.597 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,4 Prozent auf 7336 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 25.801 Punkte.

Die neuen Spannungen im Nahen Osten haben auch die Rekordjagd an den asiatischen Aktienmärkten vorerst beendet. In Japan sackt der Nikkei-Index zwischenzeitlich ab, der südkoreanische Leitindex gibt nach und auch in China halten sich Anleger zurück. Die Stimmung werde durch die anhaltende Unsicherheit über den Krieg, mögliche Preiserhöhungen und eine schwächere Nachfrage gedämpft, sagte S&P-Ökonomin Annabel Fiddes.

Donald Trump drängt derweil den Iran, schnell eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Ansonsten werde das US-Militär iranische Einheiten in Zukunft noch viel härter und viel gewaltsamer treffen.

Auch im Zollstreit mit der Europäischen Union macht der US-Präsident Druck. Sollte die EU nicht bis zum 250. Geburtstag der USA – dem 4. Juli – ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die Zölle „leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen“, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.

Die Commerzbank präsentiert am Morgen ihre Bilanzzahlen für das abgelaufene Quartal. Mehr als auf die Zahlen dürften Anleger auf Äußerungen achten, mit welchen Strategien die Übernahme-Versuche der Unicredit abgewehrt werden sollen. Die italienische Großbank versucht seit Monaten, mehr Einfluss auf die zweitgrößte deutsche Privatbank zu bekommen.

Die Commerzbank hatte im Gesamtjahr 2025 trotz hoher Kosten für den laufenden Abbau von fast 4.000 Stellen mit gut 2,6 Milliarden Euro unter dem Strich ihren Rekordgewinn von 2024 nur knapp verfehlt: Er lag seinerzeit bei 2,7 Milliarden Euro. Heute kündigt die Bank an, konzernweit etwa 3.000 weitere Vollzeitstellen streichen zu wollen.

Zu Wochenschluss rückt an der Wall Street der US-Arbeitsmarktbericht für den April in den Mittelpunkt. Außerhalb der Landwirtschaft dürften nur 62.000 neue Jobs hinzugekommen sein, erwarten die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen. Im März hatte das Stellenplus noch 178.000 betragen.

Arbeitsmarktdaten spielen in den USA eine wichtige Rolle bei geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Schwächelt der Arbeitsmarkt, steigt der Druck auf die FED, die Zinsen zu senken. Ziel ist es, mit niedrigen Zinsen Investitionen zu fördern und die Konjunktur zu stützen.

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