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Startseite»Nachrichten»Mindestens vier Stunden am Tag: Stützgürtel kann manchen bei Rückenschmerzen helfen
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Mindestens vier Stunden am Tag: Stützgürtel kann manchen bei Rückenschmerzen helfen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 7, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Mindestens vier Stunden am TagStützgürtel kann manchen bei Rückenschmerzen helfen

Lendenwirbelstützgürtel gibt es in verschiedenen Ausführungen. In der Studie wurden Gürtel aus weichem und dehnbarem Material benutzt. (Foto: Iordache Magdalena / Shotshop / picture alliance)

Rückenschmerzen sind weitverbreitet und die Ursachen nur selten klar. Der Einsatz eines altbewährten Mittels könnte die Schmerzen im Lendenbereich zumindest etwas lindern – und den etwas angeschlagenen Ruf dieser orthopädischen Hilfsmittel verbessern.

Das Tragen eines Lendenwirbelstützgürtels kann lang anhaltende Rückenschmerzen mit unklarer Ursache lindern. Das hat ein französisches Forschungsteam festgestellt. Zudem könnte der Einsatz eines solchen Gürtels zu einer Verbesserung bei der Bewältigung täglicher Aktivitäten beitragen, schreiben die Autoren und Autorinnen zu ihren Ergebnissen, die bei „Jama Network“ veröffentlicht wurden.

Für die Untersuchung konnten insgesamt 168 Personen gewonnen werden, die über einen Zeitraum von ein bis sechs Monaten unter unspezifischen Rückenschmerzen litten. So werden Beschwerden beschrieben, für die Ärzte und Ärztinnen keine eindeutige körperliche Ursache finden können. Rund 85 Prozent aller Betroffenen werden dieser Gruppe zugeordnet. Meist lösen Muskelverspannungen, Bewegungsmangel oder eine überlastete Rumpfmuskulatur die Schmerzen bei Betroffenen aus.

Die 168 Probanden und Probandinnen, die in 17 medizinischen Zentren Frankreichs behandelt wurden, wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Alle setzten die Standardtherapie mit Schmerzmitteln, Physio- und Bewegungstherapie fort. 86 Personen wurden gebeten, täglich vier bis acht Stunden am Tag einen weichen und dehnbaren Gürtel zu tragen und nachts abzunehmen. Der Untersuchungszeitraum lief über 12 Wochen. Mithilfe von Wärmesensoren wurde die tatsächliche Tragedauer der Lendenstützgürtel gemessen. Über Fragebögen ermittelten die Forschenden die Stärke der Schmerzen und wie sehr diese die alltäglichen Aktivitäten einschränkten.

Weniger Schmerzen, weniger Schmerzmittel

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich: Die Gürtel wurden im Durchschnitt vier Stunden täglich getragen. Sechs von zehn Personen aus der Gürtelgruppe waren wegen ihrer Rückenschmerzen weniger im Alltag eingeschränkt als zuvor. In der Kontrollgruppe ohne Gürtel waren es vier von zehn Personen. Schmerzmitteln wurden in der Gürtelgruppe von der Hälfte der Studienteilnehmenden eingenommen, in der Kontrollgruppe hingegen waren es zwei Drittel. Auch die Schmerzen selbst ließen in der Gürtelgruppe stärker nach als bei denen ohne Gürtel, auch bei Bewegungen.

Bisher waren die Befunde zum Nutzen solcher Gürtel uneinheitlich. Die Weltgesundheitsbehörde WHO rät aktuell davon ab, Gürtel und Lendenwirbelstützen routinemäßig bei Schmerzen im unteren Rückenbereich anzubieten, da nach aktuellem Stand der Wissenschaft die potenziellen Schäden die Vorteile wahrscheinlich überwiegen. Als Nachteile eines solchen orthopädischen Hilfsmittels wird am häufigsten der Muskelabbau, Fehlhaltungen und mögliche Abhängigkeitseffekte genannt. Diese Risiken steigen durch eine sehr lange oder falsche Anwendung. Außerdem können durch den Gürtel Hautirritationen, Sodbrennen und eine flachere Atmung hervorgerufen werden.

Mechanismen bleiben ungeklärt

Durch die Untersuchung konnte nicht geklärt werden, wie genau der Lendenstützgürtel die schmerzlindernden Effekte hervorbringt. Sie liefert doch Hinweise darauf, dass zumindest einigen Personen mit unspezifischen Rückenschmerzen damit geholfen werden kann, trotz Schmerzen weiter aktiv zu bleiben. Die Forschenden weisen dennoch daraufhin, dass auch ein Einsatz eines Lendenstützgürtels nicht die fachgerechte Behandlung von Rückenschmerzen ersetzen kann.

Die Untersuchung wurde durch das französische Unternehmen Thuasne finanziert. Der Familienbetrieb hat sich auf die Entwicklung und Herstellung medizinischer Textilien spezialisiert. Dennoch hatten die Geldgeber den Angaben der Autoren zufolge keinen Einfluss auf Studiendesign, Datenanalyse, Interpretation oder die Entscheidung zur Veröffentlichung.

Quelle: ntv.de, jaz

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Dr. Heinrich Krämer
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