Nach Zusammenbruch von KompanyWas ist eine Hirnhautreizung?

Fußballtrainer Vincent Kompany bricht vor ein paar Tagen auf dem Trainingsgelände des FC Bayern München zusammen. Der Grund: eine Hirnhautreizung. Aber was verbirgt sich dahinter? Und wie äußert sich diese?
Eine Hirnhautreizung ist keine eigenständige Krankheit, sondern eher ein Symptomkomplex, Befund oder Warnzeichen des Körpers. In der Fachsprache wird sie als Meningismus bezeichnet. Die Zusammensetzung vom altgrichischen „Mening“ steht für Hirnhäute und „ismus“ für den Zustand. Mit Meningismus wird also der Zustand der Hirnhäute bezeichnet, der mit einer bestimmten Konstellation von verschiedenen Symptomen einhergeht, ohne dass eine Entzündung vorliegen muss. Eine Entzündung der Hirnhäute wird Meningitis genannt und aus medizinischer Sicht von einer Hirnhautreizung unterschieden.
Neben speziellen klinischen Tests schauen behandelnde Ärzte und Ärztinnen auf diese drei typischen Krankheitszeichen:
-
Nackensteifigkeit: Der Kopf kann wegen großer Schmerzen oder reflektorischer Muskelanspannung kaum in Richtung Brustbein gebeugt werden. Seitwärtsbewegungen sind meistens möglich.
-
Kopfschmerzen: Diese treten meist akut und heftig auf und werden von Betroffenen als diffus bezeichnet.
-
Überempfindlichkeit: Betroffene reagieren heftig auf Licht, Lärm und Hautberührungen. Das überreizte Nervensystem kann die Reize nicht mehr normal filtern, wodurch sie als Schmerz wahrgenommen werden.
Je nachdem wodurch die Hirnhautreizung verursacht wurde, können Übelkeit und Erbrechen, Fieber, Krampfanfälle und Bewusstseinstrübungen auftreten. Eine Hirnhautreizung ist ein medizinischer Notfall und muss so schnell wie möglich ärztlich abgeklärt werden.
Die Ursachen sind dabei vielfältig. Sie kann durch Viren, Bakterien und manchmal auch durch Pilze und Parasiten ausgelöst werden und zeigt eine beginnende Entzündung der Hirnhäute, also eine Meningitis an. Ebenso können mechanische Reize, wie ein Schädel-Hirn-Trauma oder Bandscheibenvorfälle, Druck im Gehirn durch Hirnblutungen oder Tumoren zu Reizungen der Hirnhäute führen. Auch ein Sonnenstich, bestimmte Medikamente, Autoimmunerkrankungen oder Nachbarinfektionen wie eine schwere Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündung sind als Auslöser möglich. Wird Ursache gefunden, wird entsprechend medizinisch behandelt. Betroffene müssen sich aber immer über einen längeren Zeitraum schonen, um wieder ganz gesund zu werden.
Was macht eine Hirnhautreizung zum medizinischen Notfall?
Als Hirnhäute werden die drei Bindegewebsschichten bezeichnet, die wie eine elastische Hülle das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Die in der Fachsprache als Meningen bezeichneten Häute schützen das zentrale Nervensystem. Vor allem die äußere Hirnhaut, die Dura mater, ist extrem dicht mit Schmerzfasern durchzogen. Schon kleinste Reizungen reichen aus, um sehr starke Kopfschmerzen hervorzurufen. Auch Dehnungsreize, wie das Vorbeugen des Kopfes, lösen sofort heftige Schmerzen aus.
Eine Reizung der Hirnhäute kann auch den Fluss des Hirnwassers stören. Das kann zu einem Druckanstieg im Schädel führen, was oftmals starke Übelkeit und schwallartiges Erbrechen hervorruft. Wird ein von Hirnhautreizung Betroffener nicht oder nicht schnell genug behandelt, kann das zu lebensgefährlichen Komplikationen, wie einer Blutvergiftung oder dauerhaften neurologischen Schäden, wie Hör- oder Sehverlust führen. Oftmals dauert es mehrere Wochen, bis man sich wieder vollständig von einer Hirnhautreizung erholt hat.
