Neues Politiker-Ranking Ohrfeigen für Merz, Bas, Klingbeil und Wüst – Comeback für Kubicki
Das neue Politiker-Ranking von RTL und ntv zeigt vor allem eine Farbe: Rot. Für fast alle Namen setzt es ein mehr oder weniger dickes Minus. Letzteres vor allem für die Regierungsspitzen. Dabei gibt es einen unerwarteten Gewinner.
Im Politiker-Ranking von RTL und ntv gibt es üblicherweise ein paar Gewinner und ein paar Verlierer, je nachdem, wie der politische Wind gerade weht. Nicht so in der neuen Ausgabe: Für 16 von 19 abgefragten Politikern und Politikerinnen geht es abwärts, wie das Meinungsforschungsinstitut Forsa ermittelt hat.
Besonders hart abgestraft werden die Regierungsspitzen. Für Bundeskanzler Friedrich Merz setzt es ein Minus von acht Punkten, Finanzminister Lars Klingbeil verliert sechs Punkte und Arbeitsministerin Bärbel Bas sieben. Damit gleichen die Werte des CDU-Chefs und der beiden SPD-Vorsitzenden schallenden Ohrfeigen.
Glimpflicher kommt CSU-Chef Markus Söder weg, der ebenfalls die schwarz-rote Koalition führt. Sein Minus liegt nur bei zwei Punkten. Für NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst geht es dagegen um fünf Punkte abwärts. Die Gerüchte, er könnte als Kanzler eingewechselt werden, haben ihm offenbar nicht geholfen. Trotzdem hält er Platz zwei des Rankings.
Auch bei den eigenen Anhängern verlieren die genannten Unionspolitiker, im Falle von Söder und CSU-Innenminister Alexander Dobrindt (beide minus fünf Punkte) sogar deutlicher. Auch Merz rutscht im eigenen Lager ab, um ebenso schmerzhafte sieben Punkte. Die SPD-Anhänger sind, was ihre Parteichefs angeht, etwas milder gestimmt als der Bundestrend – aber auch dort haben Klingbeil und Bas an Ansehen eingebüßt.
Kubicki mit Comeback
Gewinner gibt es nur wenige. Von den roten Zahlen unberührt sind die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Weidel legt einen Punkt zu und erreicht 21 Prozent, ihr Co-Chef bleibt unverändert bei 19. Beide rangieren damit allerdings weiter am Ende des Rankings.
Von ganz oben grüßt weiterhin Verteidigungsminister Boris Pistorius. 55 Prozent sehen das Land bei dem SPD-Politiker in guten Händen. Damit verliert er einen Punkt im Vergleich zur letzten Erhebung im März.
Ein Comeback feiert Wolfgang Kubicki. Der neue FDP-Chef steigt im Mai mit 31 Prozent Zustimmung auf Platz 7 des Rankings ein. Forsa fragt aber nicht immer alle Spitzenpolitiker ab; so war es auch bei Kubicki in den vergangenen Monaten. Sein Neueinstieg bedeutet daher nicht zwingend einen rasanten Aufstieg – seine vormalige Beliebtheit wurde schlicht nicht erfasst.
Forsa befragte außerdem AfD-Anhänger nach ihren Favoriten. Ganz oben stehen Weidel (79 Prozent) und Chrupalla (64 Prozent) – mit großem Abstand folgen Kubicki mit 34 Prozent, Markus Söder mit 31 und Boris Pistorius mit 26 Prozent. Merz, der einst Hoffnungen weckte, Wähler von der AfD zurückgewinnen zu können, kommt auf magere 8 Prozent. Auch Fraktionschef Jens Spahn finden nur 9 Prozent der AfD-Anhänger gut. Auf solche einstelligen Werte in den Augen der AfD-Anhängerschaft kommt sonst nur das Personal von SPD, Grünen und Linken.
Großer Unterschied zu vor einem Jahr
Insgesamt zeigt das Ranking, wie sehr die Politiker und Politikerinnen insgesamt im Ansehen gesunken sind. Nur noch einer, Pistorius, kommt überhaupt über 50 Prozent. Dabei schneiden die meisten im Osten noch einmal deutlich schlechter ab. Bei dreien ist es umgekehrt: Weidel erreicht im Osten 35 Prozent Zustimmung (Westen: 18 Prozent), Chrupalla 34 Prozent (Westen: 19) und Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek ebenfalls 34 Prozent (Westen: 29).
Vor einem Jahr waren die Werte des politischen Spitzenpersonals noch deutlich besser. Im Mai 2025 gab es noch fünf Politiker, die über 40 Prozent erreichten. Nun sind es nur noch zwei. Merz kam damals noch auf 38 Prozent Zustimmung, Bas erreichte sogar 44. Nun sind es bei beiden nur noch 25 Prozent. Noch deutlicher verlor Wirtschaftsministerin Katherina Reiche an Zuspruch. Für die CDU-Politikerin ging es von 40 Prozent vor einem Jahr auf nur noch 19 Prozent abwärts.
Die Daten zum RTL/ntv-Politiker-Ranking wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 27. und 29. Mai erhoben. Datenbasis: 1514 Befragte.
