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Startseite»Politik»OPEC ohne die VAE – was heißt das für die Öl- und Spritpreise?
Politik

OPEC ohne die VAE – was heißt das für die Öl- und Spritpreise?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.05.2026 • 18:47 Uhr

Die OPEC verliert eines ihrer wichtigsten Mitglieder: Nach Streit über die Ölfördermengen treten die Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Öl-Kartell aus. Werden Benzin und Kerosin nun billiger?

Heidi Radvilas

Es könnte ein harter Schlag für die OPEC werden: Ab 1. Mai wollen die Vereinigten Arabischen Emirate, seit 1967 Mitglied in der Organisation der erdölexportierenden Länder, nicht mehr Teil der OPEC und der OPEC+ sein. Ökonomen sehen das kritisch: „Im Augenblick ist es nur ein Mitglied, das herausgeht aus der OPEC. Es ist aber ein sehr wichtiges Mitglied“, sagt Gabriele Widmann, Ökonomin bei der DekaBank.

Denn die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den größten Produzenten in der OPEC, die zuletzt zwölf Mitglieder zählte. Auch den um etwa Russland und Brasilien erweiterten Kreis der sogenannten OPEC+ wollen sie nun verlassen.

Langer Streit um Fördermengen

Möglicherweise habe das drastische Konsequenzen, sagt Widmann: „Wir wissen, die OPEC ist inzwischen ja nicht mehr so einig und hat immer wieder auch Streit. Also es könnte schon sein, dass dieses Kartell jetzt anfängt zu bröseln.“

Streit gibt’s unter anderem um die sogenannten Förderquoten. Die OPEC legt regelmäßig fest, welches Mitglied welche Mengen fördern darf. Die Ölmenge soll so gesteuert werden, dass der Preis auf einer gewissen Höhe stabil gehalten werden kann. Das soll das Geschäft der Mitglieder schützen.

Der Vorwurf: Geschützt würden vor allem das Geschäft und die Interessen Saudi-Arabiens – das Land gilt als Quasi-Chef der OPEC. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate sehen sich in dem System weit unter ihren Möglichkeiten, könnten deutlich mehr produzieren und verkaufen, wollen wachsen, Marktanteile gewinnen.

Emirate fördern günstiger

Jochen Stanzl von der Consorsbank sagt: „Die Emirate haben immer sehr viel Kritik geäußert an der OPEC und an der Politik, die ja sehr stark von Saudi-Arabien bestimmt war. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass die Emirate immer mehr produziert haben, als das von der OPEC als Quote vorgegeben wurde.“

Doch die Emirate wollen nicht nur noch mehr Öl auf dem Weltmarkt verkaufen. Sie könnten es auch deutlich günstiger anbieten als etwa Saudi-Arabien, sagt Stanzl: „Sie sind im Wettbewerb mit Saudi-Arabien was den (fiskalischen) Break-even-Preis angeht, deutlich im Vorteil: Saudi-Arabien erreicht erst bei 85 Dollar pro Barrel den Break-even, die Emirate schon bei 55 Dollar.“

OPEC verliert an Preissetzungsmacht

Der Rückzug der Emirate koste die OPEC Preissetzungsmacht, sagt Stanzl. Ergo könnten die Ölpreise etwas nachgeben. Allerdings wollten die Emirate die Förderung im ersten Schritt lediglich von 3,5 Millionen Barrel pro Tag vor dem Iran-Krieg auf fünf Millionen Barrel erhöhen, erklärt Gabriele Widmann von der DekaBank: „Wenn wir es auf die Welt-Ölproduktion beziehen, sind das so ein bis zwei Prozent mehr an Produktion.

Das ist nicht ganz groß, aber es schafft eben doch mehr Angebot. Also es würde dann insgesamt schon dazu führen, dass mittelfristig die Preise tendenziell heruntergehen.“

Das könnte sich perspektivisch auch bei den Heizöl- und Spritpreisen bemerkbar machen. Kurzfristig sei jedoch nichts dergleichen zu erwarten. Denn das Öl der Emirate muss durch die Straße von Hormus. Und die ist bekanntlich nach wie vor blockiert.

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