KURZMELDUNG · ANGEBLICHER SITZ IN ZÜRICH; ANGEBOT RICHTET SICH AN DEUTSCHSPRACHIGE PRIVATANLEGER:INNEN.
Am Telefon und per E-Mail wird eine OpenAI-Aktie um 622 Euro angeboten. Danach kommen professionell wirkende Unterlagen und ein Zeichnungsschein von „Prime Equity Partners“ über die Website p-ep.com. Die Watchlist Internet warnt seit 22. September 2026 – für bereits kontaktierte Personen ist die Sache dringend.
Im Zeichnungsschein werden Steuer-ID, Bankverbindung, Geburtsdaten und Staatsangehörigkeit abgefragt. Später sollen eine Ausweiskopie und ein Wohnsitznachweis folgen. Der Kaufbetrag müsse binnen fünf Bankarbeitstagen überwiesen werden.
Die Angaben passen nicht zusammen. Auf der Website beschreibt sich das Unternehmen nur als Informations- und Research-Dienstleister. Die angebliche Zürcher Adresse lässt sich laut Watchlist Internet keinem entsprechenden Unternehmen zuordnen. Die Domain wurde erst im Juni 2026 registriert, obwohl der Anbieter behauptet, seit 2015 tätig zu sein. Vertragspartner, Sperrkonto und Verantwortliche bleiben unklar.
Private Beteiligungen an OpenAI gibt es grundsätzlich. Sie werden aber nicht regulär an einer Börse gehandelt. OpenAI hat im Juni 2026 vertraulich einen Börsenprospektentwurf eingereicht, jedoch keinen Termin für einen Börsengang festgelegt. Zudem benötigen Übertragungen von Beteiligungen laut OpenAI die schriftliche Zustimmung des Unternehmens. Eine solche Autorisierung fehlt bei diesem Angebot.

Ob tatsächlich eine Verbindung zu der in den Unterlagen genannten LLC in Florida besteht und auf welches Konto das Geld fließen soll, ist offen.
Die Methode nutzt den Bekanntheitsgrad von ChatGPT und die Angst, eine einmalige Gelegenheit zu verpassen. Der mögliche Schaden beginnt dabei nicht erst mit der Überweisung: Steuerdaten, Bankverbindung und Ausweiskopie ergeben zusammen ein umfangreiches Paket, das auch für weiteren Anlagebetrug oder Identitätsmissbrauch verwendet werden kann.
Quellen
Über dieses Format: Für unsere Kurzmeldungen sammeln und prüfen wir aktuelle Entwicklungen aus verlässlichen Quellen. Nach der redaktionellen Bearbeitung werden die Meldungen über unser eigenes Mimikama-Kurzmeldungs-System veröffentlicht. Daher können mehrere Beiträge denselben Veröffentlichungszeitpunkt tragen.
