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Startseite»Nachrichten»Palla: Notfallsystem in Betrieb: Bahnverkehr ist wieder angelaufen
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Palla: Notfallsystem in Betrieb: Bahnverkehr ist wieder angelaufen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Palla: Notfallsystem in BetriebBahnverkehr ist wieder angelaufen

Gegen 22 Uhr kam der Bahnverkehr mehrere Stunden lang komplett zum Stillstand. (Foto: REUTERS)

Über zwei Stunden lang kommt der Bahnverkehr in Deutschland komplett zum Erliegen. Eine Störung im digitalen Bahnfunk legt den Betrieb lahm. Nach mehr als zwei Stunden rollen die ersten Züge wieder. Bis alles normal läuft, kann es aber noch eine Weile dauern.

Die Störung bei der Deutschen Bahn ist behoben. „Der Verkehr läuft nun Schritt für Schritt wieder an“, sagte ein Sprecher des bundeseigenen Konzerns. Erste Reporter hatten gegen 00:15 Uhr berichtet, dass sich ihre Züge wieder in Bewegung gesetzt hätten.

DB Regio Mitte und die S-Bahn Berlin teilten online mit, dass der Zugverkehr wieder aufgenommen werde. „Bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert hat, muss bis mind. 24.06.2026 – 6 Uhr mit hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen gerechnet werden“, schreibt DB Regio Mitte auf X. Auch in Nordrhein-Westfalen heißt es von den Bahnunternehmen auf zuginfo.nrw, der Zugbetrieb werde bundesweit wieder aufgenommen. Es werde aber noch einige Zeit dauern, bis er wieder normal laufe. „Bitte rechnen Sie noch mit hohen Verspätungen, Teilausfällen und Ausfällen. Es ist geplant, zum Betriebsstart den Verkehr nach Möglichkeit wieder störungsfrei bereitzustellen.“

Die Deutsche Bahn hatte die Ursache der Störung, die ab etwa 22:30 Uhr zu einem bundesweiten Stopp des Zugverkehrs geführt hat, gegen Mitternacht identifiziert. Genauere Informationen zur Ursache gab es zunächst nicht. Klar ist lediglich, dass der digitale Bahnfunk GSM-R im ganzen Land ausgefallen war. Die „Bild“-Zeitung meldete unter Verweis auf Sicherheitskreise, dass ein Software-Update der Auslöser des Ausfalls gewesen sein könnte – die Bahn hat das aber nicht bestätigt.

Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte der Zeitung: „Wir konnten mit einem Notfallsystem die Lage stabilisieren. Deshalb „fahren nun alle Züge wieder“. Die Ursache für das Problem „müssen wir jetzt klären“, fügte die Bahn-Chefin hinzu.

Bei dem von der Störung betroffenen digitalen Bahnfunk GSM-R handelt es sich laut dem privaten Bahnunternehmen Metronom um ein zentrales Kommunikationsmittel zwischen den Lokführern im Zug und den Fahrdienstleitern auf den Stellwerken des Netzbetreibers DB Infrago AG. Ein Ausfall dieses Systems stelle „ein immenses Sicherheitsproblem“ für den Zugbetrieb dar, erklärte das Unternehmen.

Auch S-Bahn in Berlin und Stuttgart und Privatbahnen betroffen

Betroffen waren in einigen Städten auch S-Bahnen, die von der Deutschen Bahn betrieben werden, ebenso Privatbahnen und auch der Güterverkehr, der vor allem abends und nachts unterwegs ist.

In Berlin war der Verkehr im gesamten S-Bahn-Netz eingestellt. In Stuttgart hieß es: „Derzeit werden alle S-Bahnen im gesamten S-Bahn-Netz an den Bahnsteigen zum Halten gebracht.“ Auch in München standen die S-Bahnen still. In Hamburg hingegen war der Verkehr der Hochbahn nicht betroffen.

Die Probleme trafen auch Privatbahnen. Metronom, das Nahverkehrszüge in Niedersachsen, Bremen und Hamburg betreibt, teilte mit, dass alle Züge auf allen Strecken betroffen seien. Ein Sprecher fürchtete, dass sich die Störung noch sehr viel länger hinziehen würde, als sie es dann tat. „Wir rechnen damit, dass heute Nacht nichts mehr fährt“, sagte er. Inzwischen teilte aber auch Metronom mit, dass der Verkehr schrittweise wieder hochgefahren werde. Auch die letzten Verbindungen des Tages sollten nach aktuellem Stand ihr Ziel erreichen. 

Viele Reisende waren genervt, weil es lange Zeit keine Informationen über mögliche Verbindungen gegeben hatte. Allgemein herrschte Ratlosigkeit, auch das Bahnpersonal konnte keine Auskünfte geben. Ein Zugbegleiter eines ICE, der auf der Strecke zwischen Frankfurt am Main und Berlin in Würzburg zum Stehen kam, sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine Störung in dem Ausmaß habe er in seiner 20-jährigen Laufbahn bei der Bahn nicht erlebt. „Dass es mal passiert,“ das komme vor – „aber nicht deutschlandweit“, betonte der Bahn-Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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