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Polen errichtet Denkmal für Opfer der Wolhynien-Massaker

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 11, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Bis zu 100.000 Tote in WolhynienPolen plant Denkmal für Opfer ukrainischer Massaker

Bereits 2024 wurde ein Denkmal des polnischen Künstlers Andrzej Pityński zur Erinnerung an die Wolhynien-Massaker in Domostava, Polen eingeweiht. (Foto: IMAGO/Eastnews)

Es ist immer noch eine Herausforderung für die polnisch-ukrainischen Beziehungen: Während des Zweiten Weltkriegs ermordeten Kämpfer der Ukrainischen Aufständischen Armee Zehntausende Polen. Nun wird es in Warschau ein Denkmal für die Opfer geben.

Die polnische Regierung hat die Erbauung eines Denkmals für die Opfer der von ukrainischen Kämpfern im Zweiten Weltkrieg verübten Massaker in der Region Wolhynien angekündigt. „In Warschau wird eine Gedenkmauer errichtet, mit einer ewigen Flamme und den Namen aller gefundenen und identifizierten Opfer“, sagte Regierungschef Donald Tusk in einer Videobotschaft anlässlich des nationalen Wolhynien-Gedenktags am 11. Juli.

Die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) hatte zwischen 1943 und 1945 in Wolhynien Massaker an Zehntausenden ethnischen Polen verübt. Historiker sprechen von bis zu 100.000 Getöteten. Den traurigen Höhepunkt fanden diese Massaker am 11. Juli 1943, als Partisanen der UPA in Hunderte polnische Dörfer einfielen und deren Bewohner brutal ermordeten. Bei Vergeltungsangriffen sollen bis zu 12.000 Ukrainer getötet worden sein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Untergrundkämpfer der UPA bis 1950 Teil des Widerstands gegen die Sowjetherrschaft. In der Ukraine werden sie deshalb als Kämpfer für die Unabhängigkeit der Ukraine angesehen.

Historischer Streit

Tusk bezeichnete die Gewalttaten der UPA in seiner Videobotschaft als einen „Völkermord“, begangen von „ukrainischen Nationalisten“. Wolhynien gehörte bis 1939 zu Polen. Durch den Hitler-Stalin-Pakt wurde die Region der ukrainischen Sowjetrepublik zugeschlagen. Heute liegt die Region in der Westukraine.

Der seit Jahrzehnten schwelende Streit um die Weltkriegs-Vergangenheit zwischen Warschau und Kiew war in den vergangenen Wochen eskaliert. Ende Mai sorgte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Polen für Empörung, weil er einer Armee-Einheit den Beinamen „Helden der UPA“ verlieh. Polens rechtsnationaler Präsident Karol Nawrocki entzog seinem ukrainischen Kollegen daraufhin die höchste polnische Auszeichnung.

Tusk mahnt dazu „die Dinge beim Namen zu nennen“

Polens pro-westlicher Regierungschef Tusk, dessen Regierung zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland zählt, mahnte nun eine Aufarbeitung der Massaker an. „Erinnerung und Wahrheit müssen uns helfen, eine bessere Zukunft aufzubauen: ohne Hass und ohne Verachtung“, betonte Tusk.

Mit Blick auf den von der Ukraine angestrebten EU-Beitritt sagte der polnische Ministerpräsident, „das nach dem Zweiten Weltkrieg versöhnte Europa wurde durch die Wahrheit und dadurch möglich, dass die Dinge beim Namen genannt wurden“. Wer dieser Gemeinschaft beitreten wolle, „muss für diese Wahrheit bereit sein“.

Quelle: ntv.de, kaz/AFP

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