Veggie-Schnitzel, Sojabratlinge oder Tofuwurst: Nach jahrelangem Anstieg geht die Produktion von Fleischersatz in Deutschland leicht zurück. Gleichzeitig essen die Menschen wieder etwas mehr Fleisch.
Nach dem Boom der vergangenen Jahre ist 2025 die Produktion von veganen oder vegetarischen Fleischalternativen erstmals leicht zurückgegangen. Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Zuvor hatte sich die Produktion binnen sechs Jahren mehr als verdoppelt (+107 Prozent): 2019 wurden noch 60.400 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt.
Fleischproduktion legt zu
Deutschland ist nach Angaben von Wirtschaftsvertretern der größte Markt für pflanzliche Alternativprodukte in Europa. Fleischersatzprodukte wie Veggie-Schnitzel, Sojabratlinge oder Tofuwurst sind zwar in den vergangenen Jahren bei Verbrauchern beliebter geworden, aber gemessen am Fleischmarkt noch immer Nischenprodukte.
„Die Herstellung von Fleisch übersteigt die der Fleischalternativen um ein Vielfaches“, betonten die Statistiker. 2025 wurden Fleisch und Fleischerzeugnisse im Wert von gut 45,2 Milliarden Euro in Deutschland produziert – zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Wertmäßig fiel die Fleischproduktion gut 70-mal größer aus als die von Ersatzprodukten.
Verbraucher greifen inzwischen wieder häufiger zu Fleischprodukten: 2025 lag der Pro-Kopf-Verzehr nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei im Schnitt 54,9 Kilogramm. Das war etwas mehr als 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5 Kilogramm).
Debatte um Bezeichnung
Vegetarische und vegane Fleischalternativen erhitzen immer wieder die Gemüter. In der EU kam es zum Streit um ein Verbot von Produktbezeichnungen wie „Veggie-Burger“ oder „Tofu-Wurst“. Solche Namen müssen nicht von Speisekarten verschwinden, wie sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments im März in Brüssel verständigten.
Andere vegetarische Produkte, die sich auf Fleischarten und einzelne Teilstücke beziehen, dürfen aber künftig nicht mehr etwa als „Veggie-Hühnchen“ oder „Tofu-Rippchen“ beworben werden. Der Kompromiss muss noch formell vom Europaparlament und den europäischen Staaten angenommen werden.
Europäische Abgeordnete hatten im vergangenen Jahr ein Verbot von Begriffen wie „Tofu-Wurst“, „Soja-Schnitzel“ oder „Veggie-Burger“ für vegetarische Produkte ins Spiel gebracht und das mit dem Schutz von Verbrauchern und Landwirten begründet.
