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Startseite»Politik»Milliarden für Zivilschutz: Feldbetten, Spezialfahrzeuge, Notvorräte
Politik

Milliarden für Zivilschutz: Feldbetten, Spezialfahrzeuge, Notvorräte

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.05.2026 • 10:47 Uhr

Der Zivilschutz soll Menschen im Krisenfall schützen und versorgen – doch dafür muss Deutschland deutlich nachlegen. Innenminister Dobrindt plant ein Milliardenprogramm. Konkrete Tipps kommen vom Amt für Bevölkerungsschutz.

Der Zivilschutz wurde in Deutschland lange vernachlässigt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will gegensteuern und die Widerstandsfähigkeit Deutschlands gegenüber Angriffen oder Anschlägen stärken. „Wir rüsten auf beim Bevölkerungsschutz und der zivilen Verteidigung“, sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung. Bereits im vergangenen Jahr hatte Dobrindt den „Pakt für Zivilschutz“ angekündigt. Demnach sollen bis 2029 zehn Milliarden Euro investiert werden.

Nun wurde es konkreter: Wie Bild unter Berufung auf einen Kabinettsentwurf berichtet, sollen bis 2029 unter anderem 1.000 neue Spezialfahrzeuge und 110.000 Feldbetten angeschafft werden. Im Bundesinnenministerium soll zudem eine neue Stabsstelle geschaffen werden, die im Ernstfall die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr koordinieren soll.

In der Ausbildung sollen bundesweit einheitliche Standards für Einsatzkräfte etabliert werden, etwa für Anschläge mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Materialien. Dobrindt plant demnach zudem eine Art Zivilschutz-Unterricht an Schulen.

Um die Menschen besser warnen und leiten zu können, sollen alle öffentlichen Schutzräume wie Bunker, gesicherte Keller oder U-Bahnhöfe bundesweit erfasst werden. Diese Informationen sollen in das digitale Warnsystem des Bundes und die Notfall-Informations- und Nachrichten-App (Nina-App) integriert werden. Damit solle an jedem Standort der schnellste Weg zu einem Schutzraum angezeigt werden können.

DRK-Präsident fordert Kraftakt

Bislang fehlt es in Deutschland an Schutzräumen, ausgebildeten Helfern und Ausrüstung. Das kritisiert auch der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe. In der Süddeutschen Zeitung forderte Gröhe einen sofortigen „Kraftakt“. „Wenn wir uns nicht besser auf solche Krisen vorbereiten, lassen wir in diesem Land die Bevölkerung im Ernstfall im Stich“, so Gröhe.

Der Präsident des DRK warnte auch vor falschen Prioritäten: „Mit markigen Worten bei der Bundeswehr eine Aufholjagd zu verkünden und im Bevölkerungsschutz nur Nachlaufen zu spielen, passt nicht zusammen.“ Er warnte vor der derzeitigen Sicherheitslage, die habe sich verschärft. Es müsse kein bewaffneter Konflikt sein, bereits Angriffe auf kritische Einrichtungen könnten ernsthafte Konsequenzen haben. Das habe der Stromausfall in Berlin deutlich gezeigt.

Was in jeden Notvorrat gehört

Aber nicht nur Politik und Organisationen sind gefordert, auch im eigenen Zuhause sollten rechtzeitig wichtige Vorbereitungen getroffen werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt auf seiner Website Hinweise und Empfehlungen für den Ernstfall. Im ARD-Morgenmagazin empfiehlt Pressesprecherin Marianne Suntrup, einen Notvorrat anzulegen. Dazu gehörten Lebensmittel für mindestens zehn Tage. Wenn zu Hause nicht genügend Platz sei, reiche auch eine Notfallversorgung für drei Tage. „Drei Tage sollte man hinkriegen – auch wenn man nicht so viel Platz hat“, so Suntrup.

Außerdem ist die Versorgung mit Wasser zentral. „Wir empfehlen zwei Liter Wasser pro Person und Tag“ – etwa als Trinkwasser oder für die Zubereitung von Lebensmitteln. Nicht enthalten seien bei dieser Kalkulation hingegen Wasser zum Zähneputzen oder um sich zu waschen.

Auch Medikamente gehören in den Notvorrat für einen Krisen- oder Katastrophenfall, ebenso Licht und die Möglichkeit, an Informationen zu kommen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt dafür laut Suntrup ein Kurbelradio oder ein solarbetriebenes Radio. Wenn der Strom ausfällt oder vielleicht auch das Mobilfunknetz zusammenbricht, dann habe man die Möglichkeit, über ein Radio an wichtige Informationen zu kommen, erklärt Suntrup.

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