Trump hat ein Problem Benzinpreisschock kostet US-Autofahrer Milliarden Dollar

Tanken wird für US-Amerikaner immer teurer. Rund 40 Milliarden Dollar mussten sie seit Beginn des Iran-Krieges extra bezahlen. Zusätzlich legt die Inflation deutlich zu.
Die wegen des Iran-Krieges stark gestiegenen Benzinpreise kommen die US-Amerikaner an der Zapfsäule teuer zu stehen. Seit Beginn der Angriffe Ende Februar haben sie mehr als 40 Milliarden Dollar zusätzlich für Kraftstoff ausgegeben, wie aus Berechnungen der renommierten Brown University hervorgeht. Pro Haushalt entspreche das im Schnitt einer Extra-Belastung von 318 US-Dollar.
Eine Gallone (3,785 Liter) Benzin kostet im Schnitt derzeit 4,51 US-Dollar (3,88 Euro), wie aus Daten des Automobilverbands AAA hervorgeht. Zu Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran hatte der Preis noch 2,98 Dollar betragen – er ist damit um mehr als die Hälfte nach oben geschossen.
Die zusätzlichen Kraftstoffausgaben übersteigen der Brown-Analyse zufolge das gesamte 40 Milliarden Dollar schwere Investitionsprogramm der US-Regierung zur Sanierung wichtiger Brücken oder die 31,5 Milliarden Dollar teure Komplettsanierung des Flugsicherungssystems.
Nach den US-israelischen Angriffen hatte der Iran die Straße von Hormus weitgehend blockiert, die USA reagierten mit einer Gegenblockade. Durch die Meerenge wurde bis zur Sperrung ein erheblicher Anteil der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte verschifft. Die globale Öl-Referenzsorte Brent hat sich seit Kriegsbeginn um rund die Hälfte verteuert.
Höhere Öl- und Benzinpreise setzen nicht nur Autofahrern zu. Sie treiben auch die Kosten von Lebensmitteln bis zu Flugtickets nach oben, da die Kosten für die Herstellung von Waren und deren Transport steigen.
Inflation gewinnt an Fahrt
Das heizt die Inflation in den USA an. Die Verbraucherpreise waren im April mit 3,8 Prozent so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. Angesichts kräftig gestiegener Energiekosten hoben die Hersteller ihre Preise außerdem weit stärker an als gedacht. Diese Erzeugerpreise sind ein früher Hinweisgeber für die Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus.
Für Donald Trump und seine Republikaner wird die Entwicklung zunehmend zum Problem, denn in den USA sind viele Menschen auf ihr Auto angewiesen. Der US-Präsident hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress passiert das Gegenteil.
Nach Darstellung der Regierung handelt es sich zwar nur um einen vorübergehenden Anstieg. Doch selbst Trump gibt mittlerweile zu, dass die Preise noch monatelang hoch bleiben könnten. Umfragen zeigen außerdem, dass der Iran-Krieg bei den meisten Amerikanern unbeliebt ist. Sie sind auch über die gestiegenen Benzinpreise verärgert. Trumps ohnehin schon geringe Zustimmungswerte sinken deshalb weiter.
Die Belastung für Millionen Amerikaner im Autofahrerland USA dürfte weiter zunehmen. Denn kommende Woche beginnt die „Driving Season“ genannte Sommerreisezeit, in der viele Amerikaner quer durch das Land reisen. Der Benzinverbrauch erreicht dann traditionell den höchsten Stand des Jahres.
