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Startseite»Nachrichten»Protest für mehr Sicherheit: Polens Fernzüge sind massiv verspätet – mit Absicht
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Protest für mehr Sicherheit: Polens Fernzüge sind massiv verspätet – mit Absicht

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 11, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Protest für mehr SicherheitPolens Fernzüge sind massiv verspätet – mit Absicht

Reisende in Polen brauchen starke Nerven. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Was in Deutschland nahezu normal ist, wird für die polnische Bahn zu einer Protestaktion. Nach einem schweren Unfall ruft die Lokführergewerkschaft zum Langsamfahren auf – viele Züge verspäten sich, manche fallen komplett aus. Dahinter steckt ein großes Problem.

In Polen haben Lokführer mit einer Bummelaktion für mehr Sicherheit auf der Schiene landesweit Verspätungen im Bahnverkehr ausgelöst. Bereits am Morgen war jeder dritte Fernzug verspätet, wie die Nachrichtenagentur PAP nach Auswertung des Portals der polnischen Bahn PKP meldete. Insgesamt 14 Fernzüge fielen demnach aus. Im Gegenzug drohte die Bahn den Organisatoren mit rechtlichen Konsequenzen.

Zwar gab die Bahn keine Gründe für Ausfälle und Verspätungen an. Doch anders als in Deutschland fahren die Züge in Polen in der Regel pünktlich, Zugausfälle sind selten. Die Lokführergewerkschaft hatte ihre Mitglieder dazu aufgerufen, von Mitternacht bis 12 Uhr mittags ihre Züge mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde über jeden Bahnübergang fahren zu lassen. Anlass ist ein tragischer Unfall: Am Mittwoch war ein Intercity auf einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Betonmischer kollidiert. Eine Frau wurde getötet, zehn weitere Menschen verletzt.

In dem EU-Land Polen gibt es auch an Hauptstrecken noch viele unbeschrankte Bahnübergänge, an denen nur ein Andreaskreuz und ein Blinklicht vor einem herannahenden Zug warnen. Die Lokführergewerkschaft verweist darauf, dass es allein im vergangenen Jahr knapp 180 Unfälle an Bahnübergängen gegeben hat.

„Wir machen das, damit alle, die für die Sicherheit der Bahn zuständig sind, verstehen, dass es ein Problem gibt“, sagte Gewerkschaftschef Leszek Mietek dem Sender Tok.fm. Nach seinen Angaben verzögert sich die Fahrt eines Zuges mit jedem Bahnübergang, der mit Tempo 20 überquert wird, um etwa zwei Minuten. Allein auf der Strecke zwischen Warschau und Posen gibt es laut dem Bericht von Tok.fm 140 Bahnübergänge.

Die polnische Bahn kündigte an, sie prüfe rechtliche Schritte gegen Organisationen und Personen, die für eine mögliche Beeinträchtigung des Bahnverkehrs verantwortlich seien.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa

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