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Startseite»Nachrichten»Razzia in vier Ländern: Europol: Pferdehändler lassen Rennpferde illegal zu Snacks verarbeiten
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Razzia in vier Ländern: Europol: Pferdehändler lassen Rennpferde illegal zu Snacks verarbeiten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Razzia in vier LändernEuropol: Pferdehändler lassen Rennpferde illegal zu Snacks verarbeiten

Rennpferde laufen oft mit zwei Jahren ihr erstes Rennen und haben nach sieben Jahren ausgedient. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Rennpferde werden mit Medikamenten vollgepumpt und sind deswegen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. Illegale Pferdehändler haben Europol zufolge dennoch einen Weg gefunden, mit den abgedankten Tieren Geld zu machen. 200 Ermittler beteiligen sich in vier Ländern an einer Razzia.

Europol ist in vier Ländern gegen illegale Pferdehändler vorgegangen, die tausende abgedankte Rennpferde mit falschen Papieren versehen und als Schlachtpferde verkauft haben sollen. Der Verdacht bestehe, dass die nicht für den menschlichen Konsum bestimmten Pferde illegal zu Fleischprodukten verarbeitet worden seien, teilte die europäische Polizeiorganisation in Den Haag mit. An der Polizeiaktion waren 200 Ermittler in Irland, Frankreich, den Niederlanden sowie Belgien beteiligt, wo die Federführung der Ermittlungen lag.

Wie die belgische Staatsanwaltschaft in Dendermonde mitteilte, sei es den Händlern darum gegangen, die ausgedienten Rennpferde, die häufig Medikamente erhalten hatten und deswegen nicht für den menschlichen Konsum freigegeben sind, mit gefälschten Mikrochips und Unterlagen dennoch zu Schlachtpferden zu deklarieren.

Ein zuvor als wertlos bezeichnetes Pferd habe auf diesem Wege einen Handelswert von 1000 bis 1500 Euro erhalten. Bei Durchsuchungen seien mehr als 1000 Pferde überprüft und größtenteils beschlagnahmt worden. Auch das Schicksal weiterer Pferde werde überprüft. In Belgien wurden mehr als 100.000 Euro Bargeld beschlagnahmt und drei Verdächtige festgenommen.

Erbärmliche Bedingungen

Nach Angaben der niederländischen Tierschutzorganisation House of Animals soll es sich insbesondere um abgedankte Rennpferde aus Großbritannien und Irland gehandelt haben, die unter erbärmlichen Bedingungen in andere europäische Länder transportiert worden seien und dort in Schlachthäusern gelandet seien. In den Niederlanden soll das Pferdefleisch nach Angaben der Tierschützer zu Snacks wie Fleischbällchen und Kroketten verarbeitet und über den Großhandel vertrieben worden sein.

Häufig werden in der millionenschweren Branche des Pferderennsports schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie noch viel zu jung sind, berichten Tierschützer. Da sich die Tiere bis zu einem Lebensalter von etwa sieben Jahren im körperlichen Wachstum befinden, können beim Renneinsatz besonders leicht irreparable Schäden an Sehnen und Knochen auftreten. Das Schicksal der Tiere nach dem Rennstall ist oft ungewiss.

Bereits 2023 hatte ein Gericht in Marseille in einem Prozess um nicht für den Verkehr geeignetes Pferdefleisch 15 Beteiligte aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden zu Strafen zwischen acht Monaten und vier Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurden hohe Geldstrafen verhängt. Wie auch nun wurde das Fleisch unter Nutzung gefälschter Pferdepässe, Stempel und anderer manipulierter Dokumente in Umlauf gebracht. Als Haupttäter machte das Gericht je einen Pferdegroßhändler aus Belgien und den Niederlanden aus.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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