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RTL/ntv-Trendbarometer: Mehr als drei Viertel der AfD-Anhänger erwarten Ende der Merz-Koalition

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 20, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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RTL/ntv-TrendbarometerMehr als drei Viertel der AfD-Anhänger erwarten Ende der Merz-Koalition

Bundeskanzler Friedrich Merz sitzt mit Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche beim „Invest in Germany“-Gipfel am Dienstag in der ersten Reihe. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Zustimmung zum Kanzler: im Keller. Die Umfragewerte der Koalitionsparteien: weiterhin schlecht. Allerdings legt die Union im Trendbarometer einen Punkt zu.

Nur eine Minderheit der Deutschen geht noch davon aus, dass die Bundesregierung aus Union und SPD bis zum Jahr Bestand haben wird. Auf die Frage, ob die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode halten wird, antworten in einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das RTL/ntv-Trendbarometer 40 Prozent mit Ja. 56 Prozent sagen, die Koalition werde vorher auseinanderbrechen.

Damit ist der Anteil derer, die an einen Fortbestand der Koalition glauben, seit Mai leicht geschrumpft. Damals hatten 43 gesagt, die Koalition werde halten, 53 Prozent gingen von einem Bruch der Koalition aus. Im August 2025 war das Stimmungsbild noch umgekehrt.

Allerdings geht eine Mehrheit der Anhänger von CDU/CSU, SPD und auch Grünen davon aus, dass die Bundesregierung bis zum Ende der Legislaturperiode hält. Lediglich die Anhänger von Linken und mit 77 Prozent vor allem der AfD rechnen mit einem vorzeitigen Ende der Koalition. Union und SPD bilden seit Mai 2025 eine gemeinsame Bundesregierung. Die nächste Bundestagswahl findet spätestens Ende März 2029 statt.

Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind unverändert nur 11 Prozent der Deutschen zufrieden. Wie in der Vorwoche sind 87 Prozent mit seiner Arbeit unzufrieden.

Trotz der weiterhin hohen Unzufriedenheit mit der Arbeit des Bundeskanzlers legen bei der Sonntagsfrage sowohl die AfD als auch die Union jeweils einen Punkt zu. SPD und Linke verlieren im Vergleich zur Vorwoche je einen Punkt. Die Werte der übrigen Parteien bleiben unverändert.

Würde in dieser Woche ein neuer Bundestag gewählt, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: AfD 27 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent), CDU/CSU 20 Prozent (28,5 Prozent), Grüne 17 Prozent (11,6 Prozent), SPD 13 Prozent (16,4 Prozent), Linke 11 Prozent (8,8 Prozent), FDP 4 Prozent (4,3 Prozent), Sonstige 8 Prozent.

Der Anteil der Nichtwählerinnen und Nichtwähler sowie der Unentschlossenen liegt mit aktuell 25 Prozent weiterhin über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).

Auch die wirtschaftlichen Erwartungen sind unverändert schlecht. Nur 18 Prozent der Deutschen rechnen mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland in den kommenden Jahren. 63 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

In der Frage nach der politischen Kompetenz gibt es leichte Verluste bei SPD, Grünen und Linken, keine Veränderungen dagegen bei Union und AfD. Auf die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, nennen 9 Prozent die CDU/CSU, jeweils 6 Prozent SPD und Grüne sowie 5 Prozent die Linke. 14 Prozent sehen politische Kompetenz bei der AfD, 3 Prozent bei einer sonstigen Partei. 57 Prozent trauen derzeit keiner Partei die Lösung der Probleme in Deutschland zu.

Wichtigstes politisches Thema aus Sicht der Deutschen ist aktuell die Lage der Koalition – sie wird im Themenradar von 37 Prozent der Deutschen als wichtiges Thema genannt. Auf dem zweiten Platz folgt, mit steigender Tendenz, der Krieg in der Ukraine mit 24 Prozent. Die allgemeine ökonomische Lage ist für 20 Prozent der Deutschen eines der wichtigsten Themen.

Die weiteren Themen sind: die Regierungsbildungen nach den Landtagswahlen in Ostdeutschland (18 Prozent), Rechtsradikalismus (10 Prozent), Benzinpreise (9 Prozent), Lage in den USA und die dortigen Kongresswahlen (8 Prozent), Iran/Krieg im Nahen Osten (8 Prozent), Rentensystem (7 Prozent), Konflikte/Kriege weltweit (6 Prozent), Gesundheitssystem (5 Prozent).

Der Themenradar wurde vom 13. bis zum 19. Oktober erhoben; die Unruhen und die Eskalation der Gewalt in Frankreich wurden am gestrigen Montag von 25 Prozent als wichtiges Thema genannt. Der Rücktritt von Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas stieß in der gesamten Woche nur bei wenigen Deutschen (3 Prozent) auf größeres Interesse.

In einer weiteren Erhebung für das Trendbarometer hat Forsa ermittelt, wie die Deutschen zur Unterstützung für die Ukraine stehen. Das Ergebnis: 41 Prozent halten den Umfang der von Deutschland geleisteten Unterstützung für das von Russland überfallene Land für gerade richtig. 43 Prozent glauben, Deutschland unternehme zur Unterstützung der Ukraine zu viel, und 12 Prozent sagen, Deutschland tue zu wenig.

Wenig überraschend gibt es einen starken Unterschied zwischen den Anhängern der AfD und den Anhängern der anderen Parteien bei diesem Thema. So denken fast alle AfD-Anhänger, Deutschland leiste in der Unterstützung der Ukraine zu viel. Unter den Anhängern der Linken sagen dies 32 Prozent. 40 Prozent von ihnen halten den Umfang der Unterstützung allerdings für gerade richtig. Unter den Anhängern von Union, SPD und Grünen sagen dies mehr als 60 Prozent.

Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 13. und 19. Oktober erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Die Meinungen zu der Frage, ob die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode hält, sowie zur Unterstützung der Ukraine wurden am 16. und 19. Oktober unter 1009 Befragten erhoben. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa gibt es hier.

Quelle: ntv.de, hvo/mmo

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