Rund 17.000 Frauen betroffenErmittler nehmen Plattform mit erpressten Nacktfotos vom Netz
Zwei junge Männer aus Nordfrankreich sollen eine Plattform mit Nacktfotos von 17.000 Frauen ohne deren Einwilligung betrieben haben. Betroffen sind auch Minderjährige. US-Behörden helfen bei der Aufdeckung des Netzwerks.
Französische Fahnder haben eine Internet-Plattform vom Netz genommen, über die Kriminelle durch Erpressung oder ohne Einwilligung erlangte Nacktaufnahmen von rund 17.000 Frauen vertrieben haben sollen. Die Plattform, auf der Datenpakete mit gestohlenen intimen Inhalten zum Verkauf angeboten wurden, sei mit Unterstützung von US-Behörden aufgedeckt worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Drei damit zusammenhängende Webseiten seien geschlossen worden.
Die Fotos hätten sowohl aus Hackerangriffen auf Social-Media-Konten gestammt, als auch aus Cybergrooming-Fällen, bei denen Erwachsene sich online das Vertrauen von Minderjährigen erschleichen und sie zu Nacktaufnahmen zwingen. Außerdem habe es sich um sogenannte Rachepornos gehandelt. Das sind zunächst mit Einwilligung entstandene Nacktaufnahmen, die ein Partner nach dem Ende einer Beziehung unerlaubt verbreitet, um dem anderen zu schaden. Betroffen seien Frauen aller Nationalitäten, darunter auch Minderjährige.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden Nutzer der Websites dazu angeregt, gegen eine Belohnung in virtueller Währung Identifikationsdaten der einzelnen Opfer bereitzustellen. Die Opfer seien einzeln unter richtigen Namen erfasst und nach Alter, Wohnort, Beruf und Schönheitsgrad – bewertet auf einer Skala von eins bis zehn – katalogisiert worden.
Zwei Brüder im Alter von 21 und 25 Jahren mit Wohnsitz in Nordfrankreich seien festgenommen worden, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Sie ständen im Verdacht, die Hauptbetreiber der Plattform gewesen zu sein. Französische Ermittler hätten digitale Vermögenswerte im Gesamtwert von über 700.000 Euro beschlagnahmt. Opfer der Verbreitung intimer Inhalte auf der Plattform, sowohl Französinnen als auch Ausländerinnen, wurden aufgerufen, sich per Mail an die nationale Cyber-Einheit zu wenden.
