Schnellster im Zeitfahren
Altmeister Roglic triumphiert noch einmal bei Heim-EM
Nach der Absage der ganz großen Topstars schlägt bei der Rad-EM in Slowenien noch einmal die Stunde von Primoz Roglic. Vor den Augen seiner Landsleute holt er seinen ersten Zeitfahrtitel – und das mit 36 Jahren.
Zum Abschluss der Straßenrad-EM in Slowenien hat Lokalmatador Primoz Roglic seiner Karriere einen weiteren großen Erfolg hinzugefügt. Im fortgeschrittenen Alter von inzwischen 36 Jahren sicherte er sich erstmals den Europameistertitel im Zeitfahren. „Das ist wunderbar. Ich habe es für mich gemacht, aber auch für die vielen Menschen, die jeden Tag an der Strecke standen“, sagte Roglic im Ziel: „Ein tolles Ende für uns alle.“ Bei den Frauen triumphierte die favorisierte Schweizerin Marlen Reusser – die deutsche Meisterin Franziska Koch kam nicht über einen enttäuschenden elften Platz hinaus.
Der viermalige Vuelta und einmalige Giro-Sieger Roglic setzte sich in einem engen Duell gegen den französischen Zweitplatzierten Bruno Armirail (7 Sekunden Rückstand) durch. Der Altmeister sorgte damit im abschließenden Wettkampf für die einzige slowenische Medaille der Meisterschaften. Allerdings fehlte mit Tadej Pogacar auch der Star der Szene. Rang drei ging nach 22 km in Sencur, nahe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, an Armirails Landsmann Maxime Decomble.
Der Belgier Remco Evenepoel, der im Straßenrennen eine starke Saison gekrönt hatte, war nicht an den Start gegangen. Beim WM-Zeitfahren in Montreal hatte der Doppel-Olympiasieger, der wie Roglic für das deutsche Team Red Bull-Bora-hansgrohe fährt, noch gewonnen. Topstar Pogacar verzichtete aufgrund seiner Sturzverletzungen bei der Spanien-Rundfahrt auf eine Teilnahme an der Heim-EM. Die diesjährige Ausgabe der Vuelta hatte Roglic auf Rang zwei beendet.
Bei den Frauen war die überragende Reusser zum wiederholten Male nicht zu schlagen. Sie feierte bereits ihren fünften EM-Titel im Zeitfahren in Folge. Reusser, die in Montreal kürzlich ihren WM-Titel erfolgreich verteidigt hatte, verwies auch die formstarke Tour-Siegerin Demi Vollering aus den Niederlanden mit 23 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei.
Dritte wurde die Französin Juliette Berthet, die auf den 22 km mehr als eine Minute auf Reusser verlor. Koch, die in diesem Jahr bei Paris-Roubaix triumphiert und bei der WM noch Bronze im Zeitfahren geholt hatte, konnte ihre Topform nicht abrufen und verlor 2:57 Minuten auf Reusser.
Verwendete Quellen: ntv.de, jwu/sid
