Russland hat offenbar gezielt eine Veranstaltung von Vertretern der ukrainischen Drohnenbranche in der Nähe von Kiew angegriffen. Mindestens zehn Menschen sollen getötet und fast 100 weitere verletzt worden sein.
Russland hat in der Nähe von Kiew ein Gelände mit einer ballistischen Rakete getroffen, auf dem gerade eine Veranstaltung mit Vertretern der ukrainischen Rüstungsindustrie stattfand. Nach Behördenangaben wurden dabei mindestens zehn Menschen getötet und fast 100 verletzt.
Walerij Borowyk, Gründer des ukrainischen Drohnenherstellers First Contact, erklärte gegenüber ukrainischen Medien, es habe sich um ein Übungsgelände gehandelt, auf dem gerade ein Rüstungsmesse veranstaltet worden sei, das von der Rakete getroffen wurde.
Russland bestätigt Angriff
Auch das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte einen Angriff. Russland habe ein Ziel außerhalb Kiews getroffen, wo ukrainische und ausländische Drohnen ausgestellt worden seien, die bei Angriffen auf zivile Ziele in Russland eingesetzt wurden.
Laut den Angaben aus Moskau befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs Drohnenentwickler und -hersteller, Kommandeure der ukrainischen Militärdrohnenstreitkräfte sowie Geheimdienstler auf dem Gelände. Sie sollen demnach an der Planung von Angriffen auf Russland beteiligt gewesen sein.
Angriff mit mehreren Raketen auf Kiew
Die Behörden in Kiew hatten kurz vor Mittag Raketenalarm ausgelöst. Wie die Nachrichtenagentur Unian berichtete, feuerte Russland mindestens zehn ballistische Raketen auf die Stadt ab, zudem Lenkwaffen vom Typ Zirkon. Mehrere Explosionen waren zu hören. Russland hat in den vergangenen Wochen die Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt massiv verstärkt. Immer wieder werden dabei auch Zivilisten getötet oder verletzt.
Treffen von Selenskyj und Trump geplant
Unterdessen wurde bekannt, dass der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Dienstag von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus empfangen wird. Das teilte ein Mitarbeiter Trumps mit. Selenskyj bestätigte eine anstehende Reise in die USA.
Zuletzt waren die Bemühungen Washingtons um ein Ende des Kriegs in der Ukraine infolge des Konfliktes mit Iran in den Hintergrund geraten. Am Donnerstag hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio, bei einem Treffen über den Krieg gesprochen. Rubio sagte danach, für Fortschritte auf dem Weg zu einem Frieden seien „neue Vorschläge und neue Ideen“ nötig.
