Sachsen-Anhalt-Rebell mildeSepp Müller: „Unser Trainer ist Friedrich Merz“
Unionsfraktionsvize Sepp Müller sieht den Kanzler weiter als „Trainer“ der Koalition und verteidigt das Aus für die Rente nach 45 Beitragsjahren. Er stellt aber Regelungen für Menschen in Aussicht, die nicht länger arbeiten können.
Unionsfraktionsvize Sepp Müller hat die Personaldebatte um Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz zurückgewiesen. „Warum sollen wir den Trainer auswechseln, wenn das Team noch gemeinsam auf dem Platz steht und um die Weltmeisterschaft kämpft?“, sagte Müller im Frühstart von RTL und ntv.
„Unser Trainer ist Friedrich Merz. Das ist derjenige, der die Mannschaft anführt. Und den haben wir in der Koalition als Kanzler gewählt“, so der CDU-Politiker. „Ich halte eine Personaldebatte nicht für richtig, weil wir in der Sache arbeiten müssen.“ Ziel sei es, Deutschland beim Wirtschaftswachstum wieder auf Platz eins zu bringen. Und da gehöre jeder Koalitionspartner, der Kanzler ebenso wie jeder einzelne Spieler dazu.
Eine Mehrheit der Bundesbürger spricht sich für den Rücktritt des Bundeskanzlers aus. 55 Prozent der Befragten finden laut aktuellem RTL/ntv-Trendbarometer, dass Friedrich Merz zurücktreten sollte. 40 Prozent sind für den Verbleib des Kanzlers im Amt. Besonders groß ist die Abneigung Merz gegenüber unter AfD-Anhängern. 89 Prozent von ihnen sprechen sich für den Rücktritt des Kanzlers aus. 78 Prozent der Unions-Anhänger lehnen einen Rücktritt ab, 21 Prozent befürworten diesen.
Mehr als Härtefallklauseln soll es nicht geben
Die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren bekräftigt Müller. „Wir wollen, dass die Rente sicher ist. Und da gilt, was miteinander vereinbart ist. Und da gilt auch die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren.“ Das habe man gemeinsam mit den Sozialdemokraten beschlossen, „weil wir möchten, dass die nachfolgende Generation auch überhaupt noch Rente bekommt.“
Die Bedenken der SPD nannte Müller verständlich. „Wir hören die Zweifel, die sind auch nachvollziehbar“, so der CDU-Politiker. Man kümmere sich gezielt um Menschen mit schwerer körperlicher Arbeit wie Dachdecker, aber „nicht um den Ingenieur, der im Blockmodell mit 58 in die Frühverrentung geht“. „Wir kümmern uns um diejenigen, die wirklich hart arbeiten, schwerste Arbeit machen. Dafür werden wir eine Härtefallklausel auf den Weg bringen, so wie wir das vereinbart haben“, erklärte Müller. „Und ansonsten fällt die Rente nach 45 Beitragsjahren weg.“
