Schach-Coup für Svane
Planloser Hans Niemann leistet sich hanebüchenen Blackout
Die deutsche Schach-Nationalmannschaft setzt bei der Olympiade in Samarkand ein dickes Ausrufezeichen und besiegt Top-Favorit USA. Entscheidend ist ein Sieg von Frederik Svane gegen den einst polarisierenden Hans Niemann.
Fünfter Sieg im fünften Spiel: Für die deutschen Großmeister hätte der Auftakt der Schach-Olympiade in Usbekistan nicht besser laufen können. Nach ungefährdeten Erfolgen in den ersten Runden gegen die Färöer-Inseln, Usbekistan 3, Usbekistan 2 und einem spannenden Schlagabtausch mit Polen wartete mit den USA erstmals ein dicker Brocken auf das Team von Nationaltrainer Jan Gustafsson.
Die Duelle zwischen Vincent Keymer und Fabiano Caruana, Matthias Blübaum und dem formstarken Wesley So sowie zwischen Alexander Donchenko und Levon Aronian endeten jeweils mit einem Remis. Der entscheidende Sieg gelang Frederik Svane mit den weißen Figuren gegen Hans Niemann, der einst durch den bizarren Vorwurf des „Analperlen“-Betrugs im Duell mit Schach-Genie Magnus Carlsen bekannt geworden war.
„… sonst hätte er das gesehen“
Svane war nach der Eröffnung zunächst nicht sehr zufrieden, wie er hinterher im Gespräch mit dem Deutschen Schachbund verriet: „Das war ziemlich ausgeglichen.“ Allerdings konnte der 22-Jährige auf seine Erfahrung bauen: Dieselbe Stellung stand 2022 im Duell mit Michael Adams auf dem Brett. Damals gewann Svane gegen den deutlich höher gerankten Engländer.
Svane zeigte sich überrascht, dass Niemann dieses Spiel wohl nicht vorab im Kopf hatte. „Er hat sich anscheinend überhaupt nicht auf die Partie vorbereitet. Sonst hätte er das gesehen, es war genau das Gleiche bis Zug 15“, so der deutsche Großmeister. Svane kam zudem zugute, dass er bis dato deutlich weniger Zeit investiert hatte.
„Ich konnte mir das nicht vorstellen …“
Nachdem die Stellung dann ausgeglichen und auch für Weiß „nicht einfach zu spielen“ war, unterlief Niemann ein entscheidender Fehler. „Dann hat er etwas komplett Verrücktes gespielt, hat einfach seinen Bauern geblundert (Anmerk. d. Red.: ein extrem schlechter Zug, der die eigene Stellung ruiniert).“ Svane befand außerdem: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so ein Weltklassespieler so simpel eine Figur einstellt.“ Im Anschluss stand der Deutsche auf Gewinn und vergrößerte seinen Vorteil, bis Niemann letztlich aufgab.
In der Runde sechs trifft die deutsche Nationalmannschaft nun auf China. „Das wird ein hartes Match“, so Nationaltrainer Gustafsson: „Aber wenn man oben mitspielt, bekommt man auch die harten Gegner.“
Verwendete Quellen: ntv.de, tno mit sport.de
