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Startseite»Nachrichten»Schon ab 100 Euro Rückstand: Mehr Strom- und Gassperren: So entkommt man dem Dilemma
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Schon ab 100 Euro Rückstand: Mehr Strom- und Gassperren: So entkommt man dem Dilemma

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 3, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Schon ab 100 Euro RückstandMehr Strom- und Gassperren: So entkommt man dem Dilemma

Härtefälle genießen besonderen Schutz: Haushalte mit Älteren, Kranken, Schwangeren oder Kleinkindern sind bei drohenden Abschaltungen besonders zu berücksichtigen. (Foto: IMAGO/Steinach)

Eine im vergangenen Jahr vollzogene Gesetzesänderung führt dazu, dass mehr Haushalte in Deutschland von Energiesperren bedroht sind. Was Betroffene tun können, um nicht im Dunkeln zu sitzen.

Seit Monaten beobachtet die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (VZBW) nach eigenen Angaben eine steigende Anzahl an Beschwerden wegen einer Sache: angedrohte oder sogar bereits vollzogene Strom- und Gassperren. Der Grund liegt in einer neuen Regelung im Energiewirtschaftsgesetz: Denn seit Dezember 2025 dürfen nicht mehr nur Grundversorger, sondern auch die sogenannten Sondervertragsanbieter Energieanschlüsse sperren. Das führe den Verbraucherschützern zufolge dazu, dass tatsächlich mehr Haushalte von der Maßnahme betroffen sind.

„Viele Betroffene wissen nicht, dass bereits Zahlungsrückstände ab 100 Euro ausreichen können, damit eine Strom- oder Gassperre eingeleitet wird“, erklärt Nina Sauer, Referentin der VZBW. Gleichzeitig müssen Kundinnen und Kunden mit mindestens zwei Abschlagszahlungen in Verzug sein. Der Versorger muss die Sperre mindestens vier Wochen im Voraus androhen und acht Werktage vor der Abschaltung schriftlich ankündigen.

In dem Schreiben muss der Versorger zudem darauf hinweisen, dass die Energie in besonderen Härtefällen, etwa wenn Älteren, Kranken, Schwangeren oder Kleinkindern im Haushalt gesundheitliche Schäden durch die Abschaltung drohen könnten, nicht abgeschaltet werden darf.

Schreiben keinesfalls ignorieren

Nina Sauer rät Verbrauchern, bei denen es mit der Bezahlung von Rechnungen gelegentlich eng wird, darum, Schreiben, E-Mails und SMS des Energieversorgers nicht zu ignorieren. „In vielen Fällen kann eine Sperre noch verhindert werden, wenn Betroffene rechtzeitig reagieren und eine sogenannte Abwendungsvereinbarung oder Ratenzahlung vereinbaren“, so die Expertin. Offene Beträge könnten dann in kleineren monatlichen Raten abgestottert werden.

Gut zu wissen: Die Sperre verursacht zusätzliche Kosten für Verbraucher, weil sie für Sperrung und Entsperrung meist selbst aufkommen müssen. Der deutlich einfachere und günstigere Weg sei daher, frühzeitig mit dem Versorger eine Lösung zu finden.

Strom weg? Versorger kontaktieren und Raten vereinbaren

Ist die Energiezufuhr bereits abgeschaltet, sollten Betroffene umgehend ihren Energieversorger kontaktieren und erneut nach einer Ratenzahlung fragen, empfiehlt die VZBW. Ein gesetzlicher Anspruch darauf bestehe zwar nicht mehr, wenn der Anschluss erst gesperrt ist. Anbieter zeigten sich aber häufig kulant.

„Wer Bürgergeld, Sozialhilfe oder andere Sozialleistungen bezieht, sollte sich zusätzlich an das zuständige Jobcenter oder Sozialamt wenden“, rät Sauer. Unter bestimmten Umständen könnten die Energieschulden von den Behörden zunächst als Darlehen übernommen werden.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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