Seit Katar verfünffacht
FIFA nimmt mit WM-Tickets fünf Milliarden Dollar ein
Wegen der Ticketpreise für die Fußball-Weltmeisterschaft steht die FIFA stark in der Kritik. Das ändert aber nichts daran, dass sie damit richtig viel Kohle scheffelt. Fünfmal mehr als noch bei der WM vor vier Jahren.
Der Fußball-Weltverband FIFA hat mit Tickets bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada einem Bericht zufolge mehr als fünfmal höhere Einnahmen als beim Turnier vor vier Jahren in Katar erzielt. Die Summe aus dem Verkauf von Eintrittskarten und Hospitality liege bei 5 Milliarden US-Dollar (rund 4,49 Milliarden Euro), berichtete die britische „Times“.
Die Höhe der Einnahmen wurde auf Anfrage von der FIFA nicht bestätigt. Offizielle Zahlen sollen nach Angaben eines Sprechers nach den erforderlichen Prüfverfahren im nächsten Jahresbericht veröffentlicht werden. In Katar hatten die Ticketerlöse bei 929 Millionen Dollar gelegen. 2022 gab es noch 64 Partien, in diesem Sommer waren es durch die Aufstockung um 16 weitere Teams insgesamt 104 Spiele.
Für kommende Weltmeisterschaften könnten es sogar noch weit mehr Partien werden – FIFA-Präsident Gianni Infantino treibt die Planungen für eine mögliche Aufstockung von zuletzt 48 auf 64 Teams voran. Das wären dann 128 Spiele bei einem Turnier. Noch mehr Tickets könnten verkauft werden.
Die hohen Preise und die Praktiken beim Ticketverkauf für das XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko hatten für massive Kritik gesorgt und unter anderem die Justiz in Deutschland und den USA beschäftigt. Durch ein dynamisches Preismodell schwankten die Beträge stark. DFB-Rekordspieler Lothar Matthäus sagte: „Insgesamt waren die Kosten für Fans, insbesondere in den USA, zu hoch. Wahrscheinlich ist es zu romantisch gedacht, aber ich würde es schön finden, wenn Fußball Fußball bleibt – für alle!“ Bei Verkäufen auf dem offiziellen Zweitmarkt profitierte die FIFA, indem sie pro Ticket eine Gebühr von 15 Prozent vom Verkäufer und vom Käufer kassiert.
Die FIFA verwies auf die Verfügbarkeit günstiger Eintrittskarten sowie die zuletzt beschlossene Erhöhung der Ausschüttung an die Mitgliedsverbände. „Die Einnahmen des Turniers werden den FIFA-Mitgliedsverbänden beispiellose Ressourcen für Investitionen in den Fußball bereitstellen“, sagte ein FIFA-Sprecher der „Times“.
Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa
