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So viel kostet ein Spot: Warum die teuren Trinkpausen manchmal werbefrei sind

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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So viel kostet ein Spot

Warum die teuren Trinkpausen manchmal werbefrei sind

18.06.2026 | 17:07 Uhr

Die Fußball-WM bringt eine einschneidende Neuerung: Alle 104 Spiele werden in Viertel unterteilt. Das bringt den übertragenden Sendern viel Geld. Dennoch sind manche Trinkpausen werbefrei.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko läuft – und neben dem Desaster Spaniens (0:0 gegen Kap Verde), dem Torrekord von Superstar Lionel Messi (WM-Tore 14,15 und 16 gegen Algerien) und dem spektakulären 4:2 Englands gegen Kroatien haben die ersten Tage schon ordentlich Aufreger produziert.

Ärger gab es auch um die neu eingeführten „Cooling Breaks“, eine Reaktion auf die sportlerfeindlichen Bedingungen, die teilweise bei der Klub-WM im vergangenen Jahr herrschten und die die Spieler teils bis an die Grenzen des Zumutbaren brachten – oder darüber hinaus.

„Ich glaube, das ist für den neutralen Zuschauer nicht besonders angenehm“, sagte Virgil van Dijk, Kapitän der Niederlande nach dem 2:2 gegen Japan. „Die Werbepausen sind etwas, das ich nicht mag.“ In der Tat liegt der Verdacht nahe, dass es neben dem Schutz der Spieler auch um eine neue Art geht, Geld zu verdienen.

Denn in jedem der 104 Spiele wird es in jeder Halbzeit eine Trinkpause geben. Egal, ob das Spiel in einem überdachten und auf 22 Grad heruntergekühlten Stadion stattfindet oder in der mexikanischen Mittagshitze im gewaltigen Aztekenstadion. „Diese Trinkpausen sind eigentlich nur eine Geldmacherei der FIFA“, wetterte 1990er-Weltmeister Lothar Matthäus.

In der K.-o.-Runde wird es richtig teuer

In der Tat: Zweimal drei Minuten lang sind die Pflichtpausen, und in denen kann man ordentlich Werbung verkaufen. Das tun auch ARD und ZDF, die 60 der 104 Spiele – darunter alle mit Beteiligung der deutschen Mannschaft – übertragen. Frühestens 20 Sekunden nach dem Pfiff des Schiedsrichters dürfen die Sender in die Werbung geben, 30 Sekunden vor dem Ende der „Cooling Break“ müssen sie wieder auf den Rasen schalten.

In der Zeit dazwischen wird Geld verdient: „Erstmalig Werbung im Spiel möglich“, verkündet das ZDF in einer Präsentation für potenzielle Werbekunden. „Exklusivblock im Vollbild von ca. 90 Sekunden Länge. Platzierungen in den Trinkpausen bei nicht-deutschen Spielen sind schon ab 1200 Euro pro Sekunde umsetzbar“, schreibt das ZDF zu den Kosten.

Beim Spiel von Cristiano Ronaldos Portugiesen gegen DR Kongo (1:1) waren es dagegen schon 3650 Euro pro Sekunde. Die ARD verkaufte für „ihre“ Spiele ein „Cooling Break Paket“ mit sechs Spots zu je 30 Sekunden an. Für rund 600.000 Euro wurde es bereits verkauft.

Es gibt Grenzen

Wer bei einem deutschen Sechzehntelfinale sein Produkt in einer der beiden Pausen im Fernsehen sehen will, muss dann aber schon richtig tief in die Tasche greifen: 17.825 Euro pro Sekunde – für 20 Sekunden wären 356.500 Euro fällig. Durch die Erlöse aus der Werbung wird „die Beitragslast für die Haushalte gesenkt“, schreibt das ZDF.

Das Problem beim Geldverdienen: der Medienstaatsvertrag. In dem ist festgeschrieben, dass die öffentlich-rechtlichen Sender nur bis 20 Uhr Werbung zeigen dürfen – und sonntags gar nicht. Dann bleiben die „Cooling Breaks“ zwischen 20 Uhr und Mitternacht werbefrei. Für die Telekom, die sich die Rechte an allen WM-Spielen gesichert hatte, gilt diese Einschränkung nicht.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter

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