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Sommerhaus der Stars – Folge 3

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 15, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Sommerhaus der Stars – Folge 3Nico Legat und die Liebe: Papa redet mit

15.09.2026, 22:32 Uhr Von Verena Maria Dittrich
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Papa Thorsten Legat mischt wohl in der Beziehung seines Sohnes Nico kräftig mit. Und nun ist Laura auch noch „überfällig“. (Foto: RTL)

Wieso zur Hölle redet Papa bei der Beziehung seines 28-jährigen Sohnes mit? Bei Nico Legat und Laura wird die Liebe wohl zur Familienangelegenheit. Dazu kommen eine alte Affäre, eine möglicherweise überfällige Laura und die Frage, wer hier eigentlich wen manipuliert. Und auch bei den anderen liegen die Nerven blank.

Die weltbewegende Info der dritten Folge kommt, na klar, zuerst: Legats Laura hatte „vor ein paar Tagen ihre fruchtbare Phase“, und weil unser Nico offenbar auch in Fragen der Familienplanung nichts von falscher Bescheidenheit hält, hat er „gleich zweimal richtig Gas gegeben“. Minimales Problemchen: Jetzt ist die Laura überfällig. Mitten im Sommerhaus, wo sie am liebsten schon am ersten Abend die Geige eingepackt hätte.

Tatsächlich ist die Überfälligkeits-Nummer noch einer der leichteren Momente in einer Folge, in der ansonsten erstaunlich viel darüber verhandelt wird, wer wen kontrolliert, durchschaut oder für dümmer hält, als er ist. Schon nach wenigen Tagen haben sich jene kleinen politischen Systeme gebildet, die immer entstehen, wenn Leute glauben, mit Kalkül und Hinterfotzigkeit direkt bis ins Finale durchmarschieren zu können. Es gibt die bekannten Allianzen, Gegenbündnisse und Gespräche, die angeblich der Versöhnung dienen und zufällig immer kurz vor einer Abstimmung stattfinden.

Anita Latifi beherrscht diese Form der Diplomatie auf Spitzenpolitiker-Level. Vor der ersten Exit-Challenge sucht sie das Gespräch mit Mo und Hati und möchte sich, sollten die beiden rausfliegen, offenbar noch einmal aussprechen. Alexander „Mo“ Molz lässt die 30-Jährige direkt auflaufen und fragt, für wie blöd sie ihn eigentlich hält. Dass Latifi ausgerechnet jetzt ’ne Friedenspfeife rauchen will, ist maximal unglaubwürdig, erst recht vor dem Hintergrund, wie sehr sie Mos Partnerin Hati noch kurz zuvor auf eine derart vulgäre Weise beleidigt hatte, dass man ihr eigentlich die Frage stellen müsste, ob sie noch ganz rundläuft.

Zunächst aber müssen Hati und Mo bei „Macht, Matsch, Match“ gegen Michael Naseband und Shelly Braun in der Exit-Challenge ran. Sie liefern sich ein knappes Rennen und gewinnen. Der Dienstälteste der Promi-WG und seine Shelly sind damit das erste Paar, das das Sommerhaus verlassen muss. Anita quittiert die Rückkehr der beiden Gewinner mit einem schlichten „Scheiße“, womit das vorangegangene Versöhnungsangebot gleich noch unglaubwürdiger wirkt.

Der Auszug von Kommissar Knitterblick und seiner Shelly hinterlässt aber nicht nur eine zwischenmenschliche Lücke, sondern auch eine hauswirtschaftliche. Denn die beiden haben sich in der Küche um alles gekümmert. Plötzlich stapelt sich das Geschirr, überall steht Zeug rum, Giovanni räumt auf, während der Rest das Sommerhaus mit einem 5-Sterne-Hotel verwechselt, in dem man rund um die Uhr verwöhnt wird. Offensichtlich hat in der Küche bis dato niemand auch nur einen einzigen Finger krumm gemacht.

Die Kunst, andere machen zu lassen

Sehr viel interessanter als das dreckige Geschirr ist allerdings, was sich langsam um Nico Legat herum abzeichnet. Auch Giovanni und Ferry geraten aneinander, versuchen ihren Streit jedoch zu klären, wobei Ferry Giovanni sein „Ehrenwort“ gibt, Nico habe ihm nahegelegt, die beiden „Zirkusclowns“, womit Giovanni und Vanessa Neigert gemeint sind, zu wählen. Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass Strippenzieher Nico tatsächlich glaubt, im Sommerhaus der Einzige zu sein, der weiß, wie Reality-TV funzt. Dass das ein riesiger Irrtum ist, wird sich noch zeigen.

Interessant ist das deshalb, weil Manipulation in dieser dritten Folge noch in einem ganz anderen Zusammenhang auftaucht. Model Anya Elsner, mit der Nico während der Dreharbeiten zu „Prominent verwandt“ eine Affäre hatte, beschreibt ihn rückblickend mit einem Satz, der prima zu dem passt, was im Haus zu beobachten ist: „Also, wenn er eins kann, er kann sehr wenig, dann ist es manipulieren.“ Legats Laura erfuhr damals erst auf Nachfrage bei Anya, dass hinter dem Geständnis eines Kusses mehr steckte. Doch auch Nicos Vater Thorsten mischt kräftig mit und soll von der Beziehung abgeraten haben. Man bekommt den Eindruck, dass der Sohnemann sein Liebesleben trotz seiner inzwischen 28 Jahre unter Beteiligung eines Familienrats führt.

So schildert die vielleicht Überfällige, Thorsten Legat behandle sie, als sei sie es, die „fremdgegangen“ sei. Die Fronten seien wohl derart verhärtet, dass Laura bei Familienbesuchen und Geburtstagen unerwünscht sei.

Ohnehin wirkt Laura in dieser Folge zunehmend erschöpft. Schon der Auszug von Michael und Shelly nimmt sie hart mit. Mit den beiden, so sagt sie, habe man sich wenigstens normal unterhalten können. Nico versteht die Dramatik nicht: „Du tust ja so, als würde die Welt untergehen.“

Machtspiele und ein „Psychopath“

Gespielt wird natürlich auch. Wer denkt, da könne man sich wenigstens nicht zanken, irrt. Beim Paar-Spiel „Stehvermögen“ stehen die Kandidaten auf einer riesigen Wippe und müssen verschiedene Gegenstände so platzieren, dass möglichst nichts herunterfällt. Es dauert ungefähr drei Sekunden bis zum ersten Gebrüll. Dass RTL die Folge selbst mit „starken Nerven“ ankündigt, ist jedenfalls keine Übertreibung. „Halt die Fresse“ gehört noch zu den freundlicheren Umgangsformen.

Bei Hati und Mo wird aus dem Spiel wieder einmal ein kleines Beziehungsdrama. Hati verliert tränenreich die Fassung, und Mo ist regelrecht verstört darüber, was mit seiner Freundin in solchen Situationen passiert. Und dann sagt sie ihm auch noch, dass es ihr nicht gefällt, wenn er zu anderen Frauen nett ist. Vollkommen ballaballa, als würde Freundlichkeit gegenüber einer Frau automatisch bedeuten, mit ihr schlafen zu wollen.

Mo sagt Hati deutlich, dass ihm diese Machtspiele auf die Nerven gehen, doch schnell finden sie wieder zusammen. Dass er diese Frau wirklich liebt, ist nicht zu übersehen.

Bei Nico und Laura sieht es schwieriger aus. Laura weint schon wieder, ihr Körper sei „kaputt“, sie wolle nach Hause. Nico will so etwas nicht hören. „Ja, weil du ein Psychopath bist“, sagt Laura. Und Nico antwortet: „Ja gut, dann geh doch, dann kannst du dich halt trennen, meine Fresse, jetzt komm mal runter, wirklich!“

Zurück zum Spiel: Nur Kathy Hartlieb und Ferry sowie Vanessa Neigert und Giovanni schaffen das Spiel „Stehvermögen“. Weil Kathy und Ferry schneller sind, gewinnen sie den Nominierungsschutz.

Wer austeilt, muss nicht einstecken können

Zum Ende der Folge landet man wieder bei Anita Latifi. Ausgerechnet sie, die Hati zuvor mit einer kaum zitierfähigen frauenfeindlichen Beleidigung überzogen hatte, empfindet es als Grenzüberschreitung, als ihre eigene Rolle als Mutter zum Gegenstand der Auseinandersetzung wird. Sie rastet komplett aus.

Natürlich ist die Kritik an einer Mutter nicht automatisch legitim, nur weil diese Mutter zuvor selbst eine andere Frau beleidigt hat. Aber genau darin liegt der Wahnsinn dieser Szenen: Die eigene Verletzlichkeit gilt als Grenze, die Verletzlichkeit des Gegenübers dagegen als taktische Gelegenheit.

In der Entscheidungsnacht geht es genau um dieses Prinzip. Die Paare dürfen bestimmen, wer für das nächste Spiel gesperrt wird und sich deshalb nicht selbst schützen kann. Michelle Daniaux und Sandro Ritzini erhalten die meisten Stimmen. Dann geraten Soldat Sandro und Anitas Fabrice aneinander und „die Mutter“ droht mit Auszug.

So endet Folge drei mit der herrlich schrägen Erkenntnis: Alle wollen die anderen manipulieren. Beleidigt aber sind sie immer erst dann, wenn sie merken, dass die anderen dasselbe versuchen.

Quelle: ntv.de

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