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Startseite»Nachrichten»SPD-Politiker zu Putin-Treffen: Stegner: Schröder kein Verhandlungsführer, aber Vermittler
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SPD-Politiker zu Putin-Treffen: Stegner: Schröder kein Verhandlungsführer, aber Vermittler

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 7, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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SPD-Politiker zu Putin-TreffenStegner: Schröder kein Verhandlungsführer, aber Vermittler

Schröder im Jahr 2018 neben Putin in Moskau. (Foto: picture alliance / Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa)

Russlands Präsident Wladimir Putin bringt Ex-Kanzler Gerhard Schröder selbst aufs Tableau für eine mögliche Vermittlerrolle im Ukraine-Krieg. Ein Parteikollege Schröders, der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner, kann dem offenbar etwas abgewinnen.

Während die Bundesregierung mit größtmöglicher Zurückhaltung auf das Gespräch zwischen Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau reagiert, hat der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner lobende Worte für das Treffen gefunden.

„Egal, was man von Gerhard Schröder hält, muss doch jeder anerkennen: Es ist eher eine Chance als ein Risiko, wenn der frühere Bundeskanzler Schröder mit Präsident Putin redet“, sagte Stegner dem „Tagesspiegel“. „Was bitte soll ein solches Vier-Augen-Gespräch schaden? Ob es am Ende nützen wird, lässt sich heute kaum abschätzen.“

In der „teils großen Erregung über Schröder“, sagte Ex-SPD-Vize Stegner, müsse man unterscheiden: „Ein Verhandlungsführer für den Westen kann Schröder nicht sein. Aber natürlich kann er ein Vermittler zu Putin sein.“ Schröder sei kein aktiver Politiker mehr, er entscheide damit auch nichts.

Stegner: Draht zwischen beiden funktioniert

„Wer in Deutschland hat denn noch Zugänge zu Putin?“, fragte Stegner: „Wir können froh sein, dass der Draht zwischen Schröder und Putin noch funktioniert. Ich bin sicher: Schröder war nicht im Kreml, um Putin zu diesem schrecklichen Krieg zu gratulieren oder ihn zu umschmeicheln.“ Putin habe bisher kein Kriegsziel erreicht, und er müsse diesen Krieg beenden.

„Die Empörung der üblichen Verdächtigen über Schröder“ bringe keinen Schritt weiter, und helfe auch der Ukraine nicht, sagte Stegner: „Es bringt auch nichts, Putin an der Kreml-Mauer zuzurufen: Du bist ein Diktator. Stattdessen sollten wir uns über jeden, wirklich jeden Versuch freuen, wenn ein Elder Statesman wie Schröder auf Putin einwirkt.“

Stegners Argumente greifen hier Punkte auf, die Putin selbst erst jüngst in ähnlicher Weise vorgebracht hatte. Bei einem Aufeinandertreffen mit internationalen Pressevertretern in St. Petersburg erklärte er, er sei „verwundert“, dass sein Plädoyer für Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler wild diskutiert worden sei in Deutschland. Putin bezeichnete Schröder in dem Zusammenhang als einen „deutschen Staatsmann“ – und „einen der besten nach meiner Meinung“.

Kallas skeptisch ob Schröders Vergangenheit

In Brüssel und Berlin war Putins Vorschlag indes skeptisch aufgenommen worden. Angesichts Schröders Vergangenheit als Lobbyist für russische Staatsunternehmen sei „klar“, warum Putin ihn als Vermittler haben wolle, sagte beispielsweise die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas.

Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. In seiner Regierungszeit baute er gute Beziehungen zu Wladimir Putin auf, der seit 2000 Präsident der Russischen Föderation ist. Zum Ende von Schröders Amtszeit vereinbarte er mit Putin den Bau der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream unter Umgehung der Ukraine. Später wurde der Ex-Bundeskanzler zuerst Aufsichtsratschef der Nord Stream AG und im weiteren Verlauf auch des russischen Energiekonzerns Rosneft. Das brachte ihm den Ruf eines russischen Lobbyisten ein. Dennoch war der Altkanzler zu Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im März 2022 auf Bitten Kiews kurzzeitig erfolglos als Vermittler tätig.

Ob der 82-Jährige gesundheitlich einer Vermittlerrolle gewachsen wäre, bleibt dabei im Unklaren. 2025 hatte er Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern im Kontext des Baues der Erdgasleitung Nord Stream 2 mehrfach wegen einer Burnout-Erkrankung abgesagt.

Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU hatte sich Einmischungen von außen in der Frage, wer auf eigener Seite Verhandlungen führen sollte, indes verboten. „Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht. Niemand anders“, sagte er Mitte Mai. Außerdem zweifelte Merz daran, dass es auf russischer Seite tatsächlich Verhandlungsbereitschaft gebe.

Auf „Tagesspiegel“-Anfrage wollte die Bundesregierung wollte das Treffen zwischen Schröder und Putin nicht kommentieren. Das Auswärtige Amt teilte dem „Tagesspiegel“ auf Nachfrage mit, man sei in die Unterredung zwischen Schröder und Putin „nicht eingebunden“ gewesen. Das Büro Schröders reagierte auf eine „Tagesspiegel“-Anfrage am Samstag zunächst nicht.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/AFP

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