Staatsanwaltschaft ermitteltWas über den Amokfahrer von Leipzig bekannt ist
Nach der tödlichen Autofahrt in Leipzig ist ein 33-jähriger Deutscher festgenommen worden. Die Behörden gehen von einem Amoktäter aus. Hinweise auf weitere Beteiligte gibt es nicht. Die Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes laufen.
Bei dem nach dem tödlichen Zwischenfall mit einem Auto in Leipzig festgenommenen Fahrer handelt es sich um einen 33-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Der Mann sei von Einsatzkräften noch an seinem Fahrzeug gestellt und festgenommen worden, teilte die Polizei in der sächsischen Stadt mit. Er befinde sich aktuell in polizeilichem Gewahrsam. „Es ist ein Amoktäter“, sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Der Mann sei in Deutschland geboren und im Großraum Leipzig ansässig.
Der Mann sei von Einsatzkräften noch in seinem Fahrzeug widerstandslos festgenommen worden, teilte die Polizei weiter mit. Bevor der Wagen stoppte, habe es „zwei schwere Kollisionen“ gegeben, durch die zwei Passanten gestorben seien, sagte der Leipziger Polizeipräsidenten René Demmler. Zudem gebe es eine große Zahl Verletzter. Die leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube sprach von Menschen, „die in Krankenhäusern um ihr Leben kämpfen“. Laut Polizeiangaben handelt es sich bei den beiden Todesopfern um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann.
Auf Videos, die von der Festnahme im Internet kursieren, ist ein schlanker Mann im blauen T-Shirt und heller Hose zu sehen. Der gezeigte Mann hat einen weitgehend kahl rasierten Kopf. Außerdem scheint sein linker Arm bunt tätowiert. In den Aufnahmen ist zu hören, wie er sagt: „Macht, dass es aufhört“. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Mann psychisch auffällig gewesen und bereits straffällig geworden sein.
„Wir gehen von einer Amokfahrt aus“, sagte die leitende Oberstaatsanwältin Laube bei einer Pressekonferenz. Es gebe derzeit „keinerlei Anhaltspunkte für eine andere Lesart, es gibt keinerlei Anhaltspunkte für einen weiteren Tatbeteiligten“. Später teilten die Ermittler mit, es werde „nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters ausgegangen“. Die Einsatzkräfte gingen davon aus, dass Leipzig aktuell „absolut sicher ist“, sagte Innenminister Schuster am Abend.
