Iran hat die US-Marine vor einer Einfahrt in die Straße von Hormus gewarnt und mit Angriffen gedroht. Präsident Trump hatte zuvor angekündigt, das US-Militär werde festsitzende Schiffe aus der Meerenge heraus geleiten.
Die iranische Armee hat mit Angriffen auf US-Streitkräfte gedroht, sollten diese in die Straße von Hormus einfahren. „Jede ausländische Streitkraft und besonders das aggressive US-Militär“ werde angegriffen, wenn sie beabsichtige, sich der Meerenge zu nähern oder in sie einzufahren, ließ Ali Abdollahi vom iranischen Zentralkommando im staatlichen iranischen Sender Irib erklären.
US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die US-Marine wolle ab heute damit beginnen, in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe heraus zu „geleiten“. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, man werde die Schiffe sicher aus der Meerenge herausführen. Mehrere Länder, die nicht in den Iran-Krieg verwickelt seien, hätten die USA darum gebeten, so Trump. Zum genauen Vorgehen machte er keine Angaben. Für den Fall etwaiger Behinderungen der Initiative drohte Trump, mit Härte dagegen vorzugehen.
Kurz nach Trumps Ankündigung warnte bereits der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Ebrahim Asisi, vor einer Einmischung der USA in der Meerenge. „Jede amerikanische Einmischung in die neuen Seeverkehrsregelungen in der Straße von Hormus wird als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen“, erklärte Asisi im Onlinedienst X.
US-Militär unterstützt Einsatz
Das US-Militär unterstützt eigenen Angaben zufolge den angekündigten Einsatz zur Sicherung der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus. Der Einsatz erfolge auf Anweisung des US-Präsidenten und solle Handelsschiffen die freie Durchfahrt durch den wichtigen internationalen Handelskorridor ermöglichen, teilte das amerikanische Militär mit.
Seit Beginn des Iran-Kriegs hält Iran die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge de facto geschlossen. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter liegen seitdem in der Region fest. Laut dem Verband deutscher Reeder sind darunter auch 47 Schiffe mit deutschem Bezug.
Rutte: Europäer haben Trumps Botschaft verstanden
Angesichts der Unstimmigkeiten zwischen einigen europäischen Staaten und US-Präsident Trump mit Blick auf den Iran-Krieg hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte unterdessen versucht, die Wogen zu glätten. Es habe auf US-Seite „eine gewisse Enttäuschung“ über das Verhalten der Europäer im Iran-Krieg gegeben, sagte Rutte vor dem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Eriwan. Die Europäer hätten die Botschaft von US-Präsident Donald Trump aber „gehört“, betonte Rutte.
Trump hatte wiederholt seinen Unmut über die seiner Ansicht nach mangelnde Unterstützung durch die europäischen Partner in dem von Israel und den USA Ende Februar begonnenen Krieg geäußert. Vergangene Woche kündigte er dann sowohl neue Zölle auf europäische Kraftfahrzeuge als auch den Abzug von US-Truppen aus Deutschland an. Zudem wollen die USA nicht wie eigentlich geplant ab diesem Jahr Mittelstrecken-Marschflugkörper zur Abwehr gegen russische Angriffe in Deutschland stationieren.
Rutte ging in Eriwan nicht auf die Ankündigungen aus Washington ein, sagte aber, immer mehr europäische Länder verlagerten „wesentliche logistische und andere Unterstützungsleistungen“ wie Minenjäger und Minensucher „näher an die Einsatzgebiete, damit sie für die nächste Phase bereit sind“. Die Europäer verstärkten ihre Anstrengungen für „eine größere Rolle Europas und ein stärkeres NATO-Bündnis“. Das deutsche Minenjagdboot „Fulda“ soll vom Marinestützpunkt in Kiel in Richtung Mittelmeer auslaufen. Die Verlegung dient nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums der Vorausstationierung.
