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Startseite»Nachrichten»Täter oft minderjährig: Bundeskriminalamt registriert mehr Gewalt „auf Bestellung“
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Täter oft minderjährig: Bundeskriminalamt registriert mehr Gewalt „auf Bestellung“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 15, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Täter oft minderjährigBundeskriminalamt registriert mehr Gewalt „auf Bestellung“

Polizeibeamte untersuchen in Berlin einen Tatort einer möglichen Ermordung. (Foto: picture alliance/dpa)

Das Bundeskriminalamt registriert 2025 mehr Tötungen und Körperverletzungen durch kriminelle Banden in Deutschland. Auffällig ist, dass Täter immer öfter minderjährig sind. Die Zahl der Ermittlungsverfahren ist so hoch, wie seit Jahren nicht mehr.

Kriminelle Banden in Deutschland greifen immer stärker zu Gewalt, um Opfer einzuschüchtern und Machtansprüche durchzusetzen. Im aktuellen Bundeslagebild Organisierte Kriminalität (OK) werden für das vergangene Jahr 20 vollendete Tötungsdelikte aufgeführt sowie 100 Fälle von vollendeter Körperverletzung. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 13 vollendete Tötungsdelikte und 77 Fälle von Körperverletzung im OK-Bereich. „Insbesondere zur Durchsetzung von Interessen und Machtansprüchen sowie in Konfliktsituationen zeigen OK-Gruppierungen eine erhöhte Gewaltbereitschaft und -anwendung“, heißt es in dem Lagebild, das die Situation im Jahr 2025 abbildet.

Als ein Beispiel für die Brutalität, mit der viele Täter inzwischen vorgehen, nennt das vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellte Lagebild eine Serie von Explosionen und Schussabgaben im Großraum Köln seit Sommer 2024, die auf den Diebstahl einer Rauschgiftlieferung zurückzuführen sind. Zugenommen haben demnach zuletzt auch die Fälle, in denen Gewalttaten wie eine Dienstleistung bestellt oder durch eigens dafür rekrutierte Minderjährige verübt werden. Da sich dieses vergleichsweise neue Phänomen der Anwerbung der Täter über soziale Medien „sehr dynamisch entwickelt“, sei ein fortlaufender Austausch mit den Service-Providern notwendig, hält das BKA fest. Unter den angeheuerten Tätern seien teils sogar 13-Jährige.

Zugenommen hat 2025 auch die Zahl der Ermittlungsverfahren zu OK-Gruppierungen. Insgesamt waren es 683 Verfahren und damit so viele wie seit 2021 nicht mehr. Um mehr als 13 Prozent stieg die Zahl der Tatverdächtigen. Unter den 7988 Tatverdächtigen, die im vergangenen Jahr ermittelt wurden, waren 2722 deutsche Staatsbürger, 664 Menschen mit türkischem Pass, 402 Syrer, 281 Albaner und 258 Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit.

Rauschgiftkriminalität machte im Berichtsjahr erneut mit Abstand den Großteil der OK-Ermittlungsverfahren aus, gefolgt von Kriminalität im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben, Steuer- und Zolldelikten, Schleuserkriminalität, Eigentumsdelikten und Geldwäsche. In 31 Ermittlungsverfahren ging es primär um Gewaltkriminalität, im Vorjahr waren es 11 OK-Ermittlungskomplexe zu Gewaltkriminalität gewesen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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