Teheran widerspricht TrumpUSA: Iran muss Sicherheit der Straße von Hormus zusichern
Wie geht es weiter im Nahen Osten? Nach den jüngsten Spannungen zwischen dem Iran und den USA ist die Zukunft des Rahmenabkommens ungewiss. Die USA wollen vor allem sicherstellen, dass der Iran keine Schiffe in der Straße von Hormus angreift.
Die USA fordern Medienberichten zufolge ein Bekenntnis des Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Straße von Hormus. Bis Samstag solle die iranische Führung öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und der Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schreiben unter anderem das Portal „Axios“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Die Botschaft sei dem Iran direkt und über die Vermittler überbracht worden.
Welche Konsequenzen der iranischen Führung drohen, sollte sie der Forderung nicht nachkommen, ist unklar. Die USA hatten in den vergangenen Tagen Ziele im Iran angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe begründet.
Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump bekräftigt, dass die Waffenruhe im Iran-Krieg beendet ist. Zugleich ließ er die Tür für Gespräche weiter offen. Trump schrieb dazu, Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten, und die USA hätten zugestimmt. Das Wort Gespräche setzte Trump in Anführungszeichen.
Kurz danach dementierte der Iran, dass die Regierung um Verhandlungen mit den USA gebeten habe. Man habe keine Gespräche angestrebt, sondern lediglich dem Besuch eines katarischen Vermittlers zugestimmt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, dem staatlichen Fernsehen zufolge. Außenminister Abbas Aragtschi reise in den Oman, um über die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zu beraten. Die Nachrichtenagentur Isna meldet, der Iran sei entschlossen, den sicheren Seeverkehr dort zu gewährleisten und mit dem Oman weiter zusammenzuarbeiten.
Wieder Kämpfe im Nahen Osten
Im Juni hatten der Iran und die USA ein Rahmenabkommen für vertiefte Gespräche über ein Ende des Kriegs vereinbart. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die aber immer wieder gebrochen wurde. Dennoch gab es zuletzt wieder Kampfhandlungen. Als Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus bombardierte das US-Militär mehrfach Ziele im Iran. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Der Iran reagierte seinerseits mit Angriffen. Dabei gerieten auch Kuwait, Bahrain und Jordanien, die wichtige US-Militärstützpunkte beherbergen, unter Beschuss.
Im Krieg war die Durchfahrt durch die wichtige Straße von Hormus zwischenzeitlich quasi zum Erliegen gekommen. Daraufhin schossen die Preise an den Energiemärkten nach oben. Die hohen Preise an Tankstellen setzten Trump auch innenpolitisch stark unter Druck, möglichst schnell dafür zu sorgen, dass die Schifffahrt wieder funktioniert.
