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Startseite»Nachrichten»Tochter von Kremlkritiker Nemzow: Moskau erlässt Haftbefehl gegen Schanna Nemzowa
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Tochter von Kremlkritiker Nemzow: Moskau erlässt Haftbefehl gegen Schanna Nemzowa

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Tochter von Kremlkritiker NemzowMoskau erlässt Haftbefehl gegen Schanna Nemzowa

Schanna Nemzowa, Tochter des ermordeten russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow, bei der Enthüllung eines Schilds der Boris-Nemzow-Straße in Bratislava – sie liegt vor der russischen Botschaft. (Foto: picture alliance/dpa/TASR)

2015 wird der Putin-Kritiker Boris Nemzow auf einer Brücke nahe dem Kreml erschossen. Elf Jahre nach dem Tod ihres Vaters erlässt ein Moskauer Gericht einen Haftbefehl gegen seine Tochter Schanna Nemzowa. Die 42-Jährige arbeitet als Bürgerrechtlerin im Exil in Deutschland.

Ein russisches Gericht hat gegen die Oppositionelle Schanna Nemzowa in Abwesenheit Haftbefehl erlassen. Nemzowa sei als Mitglied in einer in Russland für unerwünscht erklärten deutschen Organisation zur Fahndung ausgeschrieben, teilte das Gericht in der russischen Hauptstadt Moskau mit. Für den Fall ihrer Festnahme und die Übergabe an die russischen Sicherheitsorgane sei eine Untersuchungshaft für zwei Monate angeordnet worden.

Im April 2024 nahm das Justizministerium Moskau die von Nemzowa gegründete deutsche Boris-Nemzow-Stiftung für Freiheit in die Liste der ausländischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen auf, deren Tätigkeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation als unerwünscht eingestuft wurde. Im Fall einer Verurteilung drohen ihr bis zu sechs Jahre Haft.

1984 wurde Schanna Nemzowa in Gorki (heute Nischni Nowgorod) in der damaligen Sowjetunion geboren. Sie ist die älteste Tochter des ermordeten Kremlkritikers Boris Nemzow. Nach dem Mord an ihrem Vater im Februar 2015 in Moskau erhielt sie Todesdrohungen und verließ Russland vier Monate später. Im Anschluss arbeitete sie als Journalistin in der russischen Redaktion der Deutschen Welle (DW) in Bonn. Sie moderierte früher die Fernsehsendung „Nemtsova. Interview“.

Nemzowa tritt für Bürgerrechte von Russen ein

Als Reaktion auf den Haftbefehl aus ihrer Heimat Russland veröffentlichte die 42-Jährige nun in den sozialen Medien ein Foto von sich vor der Zentrale der Deutschen Welle, dem Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland.

„Ich bin jetzt berühmt“, teilte sie mit. Sie sei gerade in Bonn angekommen, wo sie 2015 die Stiftung zur Erinnerung an ihren in Kremlnähe erschossenen Vater gründete. In einem Kommentar für die Deutsche Welle meinte sie, dass der russische Machtapparat seine Anstrengungen intensiviere, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen.

„Die derzeitige russische Führung geht gegen alle Organisationen und Menschen vor, die sich gegen den Krieg aussprechen und die Ukraine unterstützen sowie für Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten eintreten“, sagte sie. Der Machtapparat gehe gegen jene Werte vor, die Kremlchef Wladimir Putin unterdrücke.

Ihre Stiftung engagiere sich „für die Unterstützung unabhängiger russischer Medien im Exil, für Bildungsprojekte und für die Verteidigung der Rechte von Russen, die das Land verlassen haben, weil sie mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine und dem Putin-Regime nicht einverstanden sind“. Die Stiftung verleiht auch den Nemzow-Preis an Menschen für Mut im Kampf für Demokratie und Freiheit.

Russland stuft regelmäßig Organisationen als „unerwünscht“ ein, die nach Darstellung der Behörden die verfassungsmäßige Ordnung oder die nationale Sicherheit gefährden. Für die Finanzierung solcher Aktivitäten drohen bis zu fünf Jahre Haft, für die Organisation der Tätigkeit bis zu sechs Jahre Gefängnis. Boris Nemzow war einer der schärfsten Kritiker von Putin und wurde am 27. Februar 2015 auf einer Brücke nahe dem Kreml erschossen. Der damals 55-Jährige hatte an einem Bericht über die Rolle des russischen Militärs im Ukraine-Konflikt gearbeitet. Ein Jahr zuvor hatte Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektiert.

Quelle: ntv.de, rwe/dpa

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