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Startseite»Nachrichten»„Total dramatisch“: Weinender Dennis Duah erzielt denkbar bittersten Siegtreffer
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„Total dramatisch“: Weinender Dennis Duah erzielt denkbar bittersten Siegtreffer

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 16, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Total dramatisch“

Weinender Dennis Duah erzielt denkbar bittersten Siegtreffer

Der MSV Duisburg bleibt Tabellenführer der 3. Fußball-Liga. Gegen den TSV Havelse liefern die Zebras aber lange Zeit eine schwache Leistung. Den Siegtreffer haben sie dem Gegner zu verdanken. Nach Dennis Duahs Eigentor kommt es zu einer großen Szene.

Duisburgs Trainer Dietmar Hirsch hatte es nach dem Abpfiff eilig zum Siegtorschützen zu kommen. Er ging indes nicht zu einem eigenen Spieler. Er ging zu Dennis Duah. Der 23-jährige Innenverteidiger des TSV Havelse hatte in der vierten Minute der Nachspielzeit das Tor zum 2:1 erzielt. Er hatte seinem leidenschaftlich kämpfenden Team den verdienten Punkt weggeschossen. Eine Flanke von der linken Seite hatte Duah klären wollen. Er traf den Ball dann aber so kurios, dass er nicht aus dem Strafraum flog, sondern im eigenen Tor einschlug.

Duisburg hatte gewonnen. Nach sechs Spielen stehen 15 Punkte auf dem Konto. Das ist ein herausragender Start, das ist Tabellenplatz eins. Die Arena tobte vor Glück und Fassungslosigkeit. Hirsch fühlte mit Duah. „Dass er den Ball in der letzten Minute so abfälscht, dass er reingeht, tut halt weh, vor allem, wenn man so gut gespielt hat“, sagte der MSV-Coach über den großen Moment des Tröstens nach dem Abpfiff. Duah hatte Tränen in den Augen, war fix und fertig. „Das war total dramatisch. Ich wollte ihn einfach trösten, weil er mir schon sehr leidtat.“

Havelse hadert mit Schiri-Gespann

Verdient war der Sieg nicht unbedingt. Die Zebras hatten lange Zeit keine gute Leistung geboten. Die erste Halbzeit war phasenweise sogar desolat. Hirsch sah eine „katastrophale“ Positionierung seiner Spieler auf dem Feld. Nach der Pause wurde es besser. Von gut war die Leistung aber immer noch ein ordentliches Stück entfernt. Immerhin freute sich Hirsch über die Mentalität seiner Spieler, die er in der Kabine etwas lauter ansprechen musste. Mit zahlreichen Hereingaben erzwangen sie die Tore nach dem Rückstand durch Donald Nduka (39.).

Was den Gastgebern bei der Aufholjagd half: Die Gelb-Rote Karte gegen Havelses Yannick Mausehund (64.). Die sorgte indes für Ärger. Havelses Coach Samir Ferchichi haderte nach dem Spiel mit dem Schiedsrichter-Gespann. Vor dem Platzverweis gegen Mausehund hatte er einen Ellbogentreffer eines MSV-Spielers im Gesicht eines seiner Spieler wahrgenommen. „Letztendlich werden die Dinge, so ehrlich muss ich sein, gegen den kleineren Verein gepfiffen. Wir arbeiten Woche für Woche sehr, sehr hart, damit wir diese Spiele so bestreiten können, wie wir sie bestreiten. Dann finde ich es sehr, sehr schade, dass Spiele durch die ein oder andere Situation so entschieden werden und wir in der letzten Minute so den Kürzeren ziehen.“

Große Wut über Pfiffe der Fans

Mit mehr Platz entwickelte das MSV-Team noch mehr Druck. Aber zwingend wurde es zu selten. Es schien beim Ausgleich durch Patrick Sussek (79.) zu bleiben, die Fans in Duisburg bedachten die Leistung immer wieder mit Pfiffen – erst in der Nachspielzeit brachte Duah dann noch den MSV-Sieg. „Das hat Nerven gekostet, das war anstrengend. Wir haben in der letzten Saison auch Last-Minute-Siege gehabt. Vielleicht brauchen wir das zumindest einmal in der Saison“, meinte Hirsch.

Die Pfiffe gegen das eigene Team brachte Hirsch später noch richtig in Rage. „Das ist Fußball, wir sind doch keine Maschinen. Wir sind hier seit vielen Monaten ungeschlagen. Dann darf eine Mannschaft auch mal eine Halbzeit haben, die nicht so gut ist. Ich erwarte dann auch, dass wir keine Pfiffe bekommen. Da bin ich echt enttäuscht. Meint ihr, wir schießen hier jeden aus dem Stadion?“, schimpfte er.

Derweil gewann Verfolger Viktoria Köln am Dienstagabend 3:1 (1:0) beim SV Meppen und bleibt dem MSV mit zwölf Punkten auf den Fersen. Nicht mehr weit entfernt ist mittlerweile auch Fortuna Düsseldorf (zehn Punkte): Der Zweitliga-Absteiger, der Duisburg am vergangenen Samstag die erste Saisonniederlage zugefügt hatte, gewann bei Jahn Regensburg mit 2:1 (1:1). Nach dem schwachen Saisonstart war es der zweite Sieg in Folge und der dritte aus den vergangenen vier Spielen.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno

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