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Startseite»Betrugsmaschen»Trump und Iran: Keine Belege für 300 Milliarden Dollar
Betrugsmaschen

Trump und Iran: Keine Belege für 300 Milliarden Dollar

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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→Woran erkennt man Fake News zuverlässig? Antworten finden Sie im Leitfaden Fake News erkennen.

Aktuell kursieren auf X Beiträge, in denen behauptet wird, Donald Trumps Regierung werde Iran 300 Milliarden Dollar zahlen. Anlass sind angebliche Leaks zu einem US-iranischen Memorandum, das eine verlängerte Waffenruhe und Schritte zu einem Ende des Krieges betreffen soll.

Trump is giving $300 billion to Iran.
Trump is giving $300 billion to Iran.
Trump is giving $300 billion to Iran.
Trump is giving $300 billion to Iran.
Trump is giving $300 billion to Iran.
Trump is giving $300 billion to Iran.
Trump is giving $300 billion to Iran.

— Don Winslow (@donwinslow) June 15, 2026

Nach den vorliegenden Informationen ist diese Behauptung nicht belegt. Weder ein öffentlicher Vertragstext noch eine offizielle Bestätigung zeigen derzeit, dass die US-Regierung Iran direkt 300 Milliarden Dollar geben würde.

Trump wies die Darstellung zurück

Auch Donald Trump wies die Darstellung zurück. In einem Beitrag vom 15. Juni 2026 bezeichnete er die Behauptung, die USA zahlten Iran Geld, als „Fake News“. Auffällig ist, dass Trump in dem Beitrag von „300 million Dollars“ sprach, während online teils von 300 Milliarden Dollar die Rede ist.

Sein Dementi ersetzt keinen veröffentlichten Vertragstext. Es ist aber ein relevanter Hinweis, weil die behauptete direkte US-Zahlung von der US-Regierung selbst bestritten wird.

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Weitere Informationen

Der zentrale Beleg fehlt

Der entscheidende Punkt ist einfach: Das Memorandum selbst wurde nach den vorliegenden Angaben nicht öffentlich veröffentlicht. Solange der vollständige Text fehlt, lässt sich nicht unabhängig prüfen, ob darin ein Zahlungsversprechen der USA enthalten ist.

Die Behauptung stützt sich offenbar auf angebliche Leaks oder Zusammenfassungen. Darin soll von einem 300-Milliarden-Dollar-Plan für den Wiederaufbau Irans die Rede gewesen sein. Ob diese angeblichen Leaks den tatsächlichen Inhalt des Abkommens korrekt wiedergeben, ist nicht unabhängig bestätigt.

Damit bleibt die zugespitzte Aussage „Trump gibt Iran 300 Milliarden Dollar“ unbelegt. Sie macht aus einem angeblichen Wiederaufbauplan eine direkte Zahlung der US-Regierung.

Vance sprach von anderen Geldgebern

Bereits am 12. Juni 2026 widersprach JD Vance der Behauptung auf X. Er schrieb, es kursierten viele falsche Informationen über ein mögliches Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus und zum Ende des iranischen Atomwaffenprogramms. Die Iraner erhielten „kein Bargeld“, und es würden auch keine Gelder freigegeben, nur weil Iran ein Abkommen unterzeichne oder an einem Treffen teilnehme.

In späteren Interviews präzisierte Vance diese Darstellung. Er sagte, Iran werde kein amerikanisches Steuergeld erhalten. Ein möglicher Wiederaufbaufonds könne demnach durch andere Staaten oder Akteure finanziert werden, falls Iran bestimmte Bedingungen einhalte.

Mit „Gulf Coast Coalition“ könnte Vance den Gulf Cooperation Council, also den Golf-Kooperationsrat, gemeint haben. Auf der offiziellen GCC-Webseite werden als Mitgliedstaaten die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Oman, Katar und Kuwait genannt. Eine Bestätigung, dass Vance tatsächlich den GCC meinte oder diese Staaten einen solchen Fonds finanzieren würden, lag zunächst nicht vor.

Auch Medienberichte von Reuters und der Financial Times sollen unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet haben, dass Unternehmen und nicht Regierungen einen solchen Fonds finanzieren könnten. Diese Berichte wären relevant, ersetzen aber keinen veröffentlichten Vertragstext.

Der Unterschied ist wichtig: Ein internationaler oder privat finanzierter Wiederaufbauplan wäre nicht dasselbe wie eine direkte Zahlung der US-Regierung an Iran.

FAQ zum Thema Trump und Iran-Zahlung

Zahlt Trump Iran 300 Milliarden Dollar?

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Dafür gibt es derzeit keinen Nachweis. Die Behauptung stützt sich auf angebliche Leaks, der Vertragstext ist aber nicht öffentlich bestätigt.

Was soll in dem Iran-Abkommen stehen?

Nach den vorliegenden Angaben soll es um eine verlängerte Waffenruhe und Bedingungen für einen möglichen Weg aus dem Krieg gehen. Der genaue Inhalt lässt sich ohne veröffentlichten Text nicht unabhängig prüfen.

Hat JD Vance eine Zahlung bestätigt?

Nein. Vance sagte nach den vorliegenden Angaben vielmehr, Iran bekomme kein amerikanisches Steuergeld und mögliche Investitionen könnten von anderen Ländern oder Akteuren kommen.

Warum verbreitet sich die 300-Milliarden-Behauptung?

Die Zahl ist groß, politisch aufgeladen und klingt durch angebliche Leaks konkret. Genau solche Elemente machen unbelegte Behauptungen in sozialen Netzwerken besonders anschlussfähig.

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Seit über 15 Jahren. Unabhängig. Ehrenamtlich.

Tom Wannenmacher bei Mimikama, engagiert in der Aufklärung.

Tom Wannenmacher

Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
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